Borussia Dortmund

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    • Zumsel schrieb:

      Favre spricht in Dortmund vor allem von Geduld und Zeit, die die junge Mannschaft braucht. Wenn da mit Diallo, Akanji, Hakimi und Zagadou vier Leute die Kette bilden, die zusammen vielleicht auf die Erfahrung von hoch geschätzten 60 Bundesligaspielen blicken und noch keine 5 Spiele gemeinsam gemacht haben, halte ich es für überzogen, wenn angesichts einer bärenstarken Offensive die fehlende Balance kritisiert wird. Dortmund hat in der Bundesliga nach 7 Spielen 8 Gegentore, die drittwenigsten mit Bayern hinter Mainz&Hertha und eine Tordifferenz von +15. Eine solche Unwucht zwischen Angriff und Abwehr nehme ich gern in Kauf, insbesondere, wenn da endlich mal wieder eine Truppe auf dem Platz steht, die voller Spielfreude ist und bei der der Funke zum Publikum wieder überspringt, die Mannschaft erspielt sich gerade einen großen Kredit.

      Ja, der kicker beleuchtet sehr einseitig die Offensive, weil dort die Favreschen Elemente an verschiedenen Trainerstationen anhand von Zahlen gut belegbar sind. Und genau dieses Credo, "Abschluss nur mit maximaler Erfolgschance" entspricht doch einem kontrollierten Spiel wie von dir angesprochen.
      Typisches Element von Favres Herangehensweise ist deutlich sichtbar der vermehrte Einsatz von jungen Spielern.
      Zudem betont er auch immer wieder, dass ein Trainer seine Taktik und Strategie erst einmal an das zur Verfügung stehende Spielermaterial anpassen muss. Vielleicht liegt der Fokus deswegen stärker auf einer offensiveren Spielweise als in MG, das eher eine konterstarke Truppe war unter ihm.

      Das ist übrigens laut Favre ein weiteres wichtiges Merkmal von guten Mannschaften, das er gern vermitteln möchte: "eine große Mannschaft muss gut kontern können". Das klappt ja auch schon ganz gut.

      Ich hatte eigentlich den Eindruck, wir tauschten uns über Sichtweisen von Favre Stil aus, woran du da eine übersteigerte Empfindlichkeit siehst ist mir nicht ganz klar :gruebel: :confused:
      Na ich fand deinen Einwand nicht so prickelnd, dass meine Einschätzung evtl. was mit Favres Gladbach Vergangenheit zu tun hat. Wie jeder Fußballfan bin ich oft nicht objektiv, will ich auch gar nicht sein, was mich aber manchmal nervt ist wenn ich für meine Verhältnisse sachlich argumentiere und dann als Gegenreaktion so ein Kommentar kommt wie "du kannst ja Team xyz sowieso nicht leiden" oder so ähnlich. So in der Richtung habe ich dein Statement in den Hals bekommen

      Dortmund hat einen richtig guten Kader zusammengestellt und einen hervorragenden Trainer verpflichtet. Das da alles noch zusammenwachsen und sich entwickeln muss ist doch völlig klar. Die Mannschaft ist jung, ein klar eindeutige präferierte System wurde noch nicht auserkoren, bzw. gefunden. Natürlich wäre es vermessen nach zwei Monaten Spielbetrieb zu erwarten, dass alles schon so entwickelt ist wie bei einer Truppe die seit zwei Jahren unter einem Trainer spielt.

      Defensive Stabilität war bisher immer die Basis für Favres Arbeit. Nun ist es aber auch so, dass er bisher eher bei Teams angefangen hat, die unten standen. Da ist/war es ja auch absolut logisch erst einmal die Defensive zu stärken, macht jeder Trainer der zu so einer Truppe kommt. Nun in Dortmund findet er eine andere Situation vor.Er hat keine Truppe übernommen, die Gefahr läuft abzusteigen. Kann ja sein, dass er nun tatsächlich seinen Fokus verschoben hat. Vielleicht erleben wir einen neuen Favre, er hat nach dem 4:3 ja sogar gelacht. In Gladbach hätte er bei halbwegs vergleichbaren Spielen stundenlang über die drei Gegentore referiert und das noch viel Arbeit zu erledigen sei. Trainer sollen sich ja durchaus auch mal weiterentwickeln können.

      Ich finde das sehr spannend was da in Dortmund passiert. Trotzdem bleibe ich dabei, so wie ich Favre kennengelernt habe, von dem sehe ich in Dortmund noch nicht so sonderlich viel. Ob das daran liegt, dass er es noch nicht umgesetzt bekommen hat wie er möchte oder ob er von seiner bisherigen Philosophie etwas abweicht (was das Spielsystem angeht), das weiß ich nicht. Das ist auch kein madig machen, sondern einfach meine eobachtung

      Zudem bleibt einfach festzuhalten, dass Dortmund bisher viel Matchglück hatte. Damit kannst du natrülich nicht den kompletten Erfolg erklären, aber es ist auch ein Faktor. Einfach nur etwas weniger Glück und du hast locker vier, fünf Punkte weniger und stehst ein paar Plätze tiefer. Du kannst es auch positiv formulieren. Obwohl einige Spiele (über 90 Minuten gesehen) nicht überzeugend waren hat Dortmund so viele Punkte.
      Luftabong