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Reiseberichte international

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    • peksim schrieb:

      sensationell spock! :daumen: jetzt toppen mit teil 2! :mrgreen:
      sowas habe ich bei irkutsk gehofft zu lesen :neutral:

      podollski92 schrieb:

      Saucooler Bericht spock! :klatsch: :daumen:

      Macht richtig Bock, selbst mal wieder in SA bisschen zu reisen.
      Lass dir nicht zu viel Zeit mit Teil 2 ;)


      Nun denn... :mrgreen:

      10 Tage Fussball Buenos Aires- „El Superclasico y más“- Teil 2


      26.08.2019

      CA Huracán - Argentinos Juniors 0:0, Superliga 2019/20 4. Spieltag
      Estadio Tomás Adolfo Ducó („El Palacio“), Zuschauer: 15.000



      Am Montag wurde der 4. Spieltag mit einem weiteren Spiel in Buenos Aires abgeschlossen. Schauplatz diesmal die alte Zementschüssel des CA Huracan, eines der Traditionsteams, dessen beste Zeiten aber schon länger zurücklagen. U.a. spielten hier Alfredo die Stefano und von der 78er Weltmeistermannschaft Rene Houseman und Osvaldo Ardiles. Seitdem ging es aber mit dem Verein meist bergab, große Titel sind in der jüngeren Vergangenheit Mangelware.

      Vorteilhaft war es, dass diesmal keine ewig lange Anreise notwendig war, vielmehr liegt das Stadion recht gut von einer Subte (Metro)-Station fußläufig erreichbar. Im Vorfeld hatten wir gelesen, dass hier für Ausländer für den Ticketkauf ausführlichere Registrierungen nötig waren, entsprechend großzügig wurde die Anreise geplant. Direkt an der ersten Absperrung fragte ich nach der Boleteria (ein typischer Modismo des argentinischen Spanisch übrigens, im Kontinentalspanisch heißt es Taquilla. Solche sprachlichen Feinheiten des Rio-Platense-Spanisch sind häufig und sehr gewöhnungsbedürftig, aber dieses Thema muss hier wohl nicht ausdiskutiert werden…). Daraufhin wurde ich direkt in den Sitz des Vereins dirigiert, 4 Blöcke geradeaus und weitere 4 rechts. Na prima! Wir machten uns also auf unsere durchlöcherten Socken durchs abendliche Parque Patricios, eine durchaus angenehme und geschäftige Gegend. Nachdem wir das Gebäude gefunden hatten sind wir direkt in die Mitgliederabteilung und haben nach Tickets gefragt. Antwort-kein Problem, aber zunächst musste eine Mitgliedskarte ausgestellt werden. Also Pässe raus, Passfotos gemacht und sofort eine Chipkarte mit Foto bekommen, wo direkt die Karten aufgebucht wurden. Umständlich, aber schick! Da wir dann keine Lust auf einen Rückmarsch hatten direkt das erst Taxi genommen und ab zum Stadion. Unmittelbar in Sichtweite nochmal in ein nettes Cafe auf ein paar leckere Cola, dann durch die Sicherheitskontrollen. Zunächst wurden die Mitgliedskarten von einer Reihe junger Damen gecheckt und mit dem Ausweis (DNI) abgeglichen. Mit unseren Karten, offen als „extranjero“, also Ausländer gekennzeichnet, wurden wir dann direkt an einen höherrangigen-diesmal männlichen Kontrolleur-verwiesen. Der wollte nur unsere Pässe kurz sehen und schien offensichtlich hocherfreut, dass Ausländer seinem Verein die Ehre gaben. Waren wohl sonst nicht so viele, bei diesem ganzen Prozedere auch kein Wunder.

      Im Stadion selbst hatte man auf der gesamten Tribüne freie Auswahl in Ober- und Unterrang auf unserer Seite. Das Stadion selbst wurde in der heutigen Form in den 40er Jahren erbaut und sah auch so aus. Partielle Malerarbeiten wurden genau soweit durchgeführt wie die Farbe reichte, die Sitze waren Betonsitzschalen. Charakteristisch für das Stadion ist der Turm hinter der Hauptribünenseite, der mich -etwas entfernt- an Montevideos Centenario erinnerte.

      Zum Spiel: interessant waren die Kader beider Vereine. Bei Huracan kam 15min vor Ende der hierzulande speziell in Dortmund gut bekannte Lucas Barrios ins Spiel, auf der Gegenseite stand Santiago „El Tanque“ Silva, 20003/04 für eine Saison Spieler des Zweitligisten FC Energie Cottbus nicht unerfolgreich unter Vertrag und seitdem gefühlt bei 10 weiteren Vereinen-in der Startformation, mit inzwischen fast 39 Jahren. Der Ex-Augsburger Bobadilla saß zudem bei den Gästen 90min auf der Bank.

      Abgesehen von solchen interessanten Seitenblicken war auf dem Rasen Totentanz, ein chancenarmes und dröges Spiel, selbst an argentinischer Messlatte gemessen.

      Nach Abpfiif zügig Richtung Subte, um die letzte noch zu erwischen (was auch klappte). Auf dem Weg wurden wir noch von einem deutschen Zuschauer angesprochen, der sich als Scout eines Teams der 1. BL entpuppte. Also wenn er in diesem Spiel jemand für die BL gescoutet haben sollte, dann zieh ich mal meinen Hut!

      In Palermo dann wie üblich noch paar Bierchen. Man hatte inzwischen seine Kneipen.

      Off-Topic: Für Cineasten und Freund des lateinamerikanischen Films sei an dieser Stelle unbedingt „ El secreto de sus ojos“ empfohlen (vor einigen Jahren Oscar für den besten fremdsprachigen Film), der zu weiten Teilen im Stadion von Huracan (zu Zeiten der Militärdiktatur) spielt. Ist aber kein Sportfilm.



      28.08.2019

      CA Boca Juniors – LDU Quito 0:0, Copa Libertadores 2019, VF Rückspiel
      Estadio Alberto Jacinto Armando („La Bombonera“), Zuschauer: 49.000

      Nach einem Ruhetag, zumindest was den Fußball anging, sollte ein erster Höhepunkt folgen: La Bombonera!

      Ich bin kein Boca-Fan und war auch zuvor schon 4-mal in diesem Stadion, aber man kann nicht abstreiten, dass eine gewisse Faszination von diesem Ort ausgeht. Eine Fußballtour in BsSAs geht nicht ohne! Dabei hatten wir durchaus Glück, dass die Copa Libertadores in der betreffenden Woche Spieltag hatte, denn in der Liga war an 2 aufeinanderfolgenden Spieltage für Boca eine Auswärtspartie angesetzt.

      Dies war die erste Partie, bei der man bzgl. der Tickets einige Überlegungen anstellen sollte. Immer dasselbe Problem bei Boca! Nur Mitglieder, strenge Kontrollen, alle Touristen-auch die sonst wenig mit Fußball zu tun haben-wollen hin. Steht ja schließlich in jedem Reiseführer. Bei unserer ankunft im Hotel hatte ich umgehend darauf hingewiesen, dass wir für dieses Spiel Karten benötigten. Händeringend sozusagen. Das Hotel hatte mehrere Agenturen an der Hand. Ein Anruf-und die Preise wurden durchgegeben. Platea alta, media, baja…freie Auswahl. Wir hatten uns dann auch Platea media geeinigt, obwohl am teuersten, aber im Mittelrang war ich mir zumindest sicher, dass man auf der Geraden (bis max in der Kurve) saß und auch freie Sicht hatte. Preis war niedriger als alle Internetangebote und die Bezahlung lief über einen zugeschickten Paypal-Link. 1 A! Abholung im Hotel inklusive.

      Generell muss ich sagen, dass zwei Mitarbeiter unseres Hotelpersonals ausgesprochen hilfreich und auch blickig waren, was die Fußballtickets anging. Ich hatte auch entsprechend bzgl. des Superclasicos nachgefragt, hier wurde auch Optimismus verbreitet, allerdings konnten wir hier in keinster[HL1] Weise abschätzen, in welche Preisregion es letztendlich gehen würde. Die Vergabe der offiziellen ca. 2000 Touristentickets durch den Verein an die Agentiuren war noch nicht erfolgt und demzufolge konnte man auch nur raten.

      Aber zurück zu Boca: am Tag zuvor hatten wir im Stadteil La Boca Sightseeing inkl. Fotosessions und Souvenirkauf unternommen. Bei herrlichstem Wetter direkt am Stadion paar Quilmes genommen bei herrlichstem Sonnenschein-das war Urlaub! Da wir die falsche Bushaltestelle benutzten war ich vorischtig, was den Fußweg zum Stadion angeht. Generell ist die Gegend hafenseitig der Avenida Almirante Brown etwas tricky, La Boca gehört auch nicht zu den Stadtvierteln, wo man sich ein Hotel nimmt. Lediglich die Gegend um den Caminito und das Stadion ist hinreichend sicher, sollte man beachten, falls allein unterwegs….

      Für mich war es nicht das erste Mal, aber die Anziehungskraft des Stadions hat nicht nachgelassen. Jede zweite Hauswand im Viertel blau-gelb, aus den Häusern Boca -Fahnen, auf mehr als einem Balkon irgendeine Statue von Maradona oder auch Riquelme…. La Boca lebt den Fußball, und mittendrin die „Kathedrale“: La Bombonera.

      Mittwoch war also Spieltag. Abholung Hotel war gegen 15 Uhr angesagt, was auch heißen konnte, dass man zwischen 16 und 17 Uhr abgeholt wurde. Pünktlich 1 Stunde zu spät kam dann auch der Service und wir stiegen zu. Weitere Hotels wurden angefahren, speziell im Sheraton dauerte es eine ganze Weile. Hier war auch das Team von LDU untergebracht, dessen Mannschaftsbus kurz vor unserem aufbrach. Letztendlich war unsere Fuhre komplett, gefühlt würde ich sagen wir waren die einzigen Europäer, sonst überwiegend Südamerikaner. Konnte einige als Brasilianer identifizieren.

      Als alle da waren, wurde an einer Straßenecke gehalten, wo ein Mittelsmann mehrere Briefumschläge reichte. Diese waren beschriftet und enthielten die Tickets, die sogleich verteilt wurden. Alles Dauerkarten, die wieder abgegeben werden mussten.

      Kurz vor dem Stadion wurde ein Treffpunkt vereinbart und wir wurden „losgelassen“. Fand ich ganz gut, bei anderen Agenturen kommt dann der Guide immer noch mit rein. Brauchten wir eigentlich nicht. Wie sind dann zeitnah rein (Bier war ja nicht), bei den Kontrollen wurden Ausweise verlangt, allerdings erfolgte bei ausländischen Pässen kein Abgleich mit den Tickets.

      Im Stadion erstmal paar Choripan mit Chimichurri geholt nebst lecker Kaffee. Gegrillt wird da übrigens-wie in vielen anderen Stadien auch-direkt vor Ort. Dann auf die Plätze, Block A-Tribüne Mittelrang mittig-so gut hatte ich hier in der Tat noch nie gesessen! Optimal. Jetzt könnte es eigentlich losgehen..

      Zum Spiel: Es war wie gesagt das Rückspiel im VF, da Boca etwas überraschend das Hinspiel klar 3:0 in der Höhe von Quito gewonnen hatte war die Spannung etwas raus. Aus Ecuador dennoch eine überraschend große Menge an Fans vor Ort, Auswärtsblock gut gefüllt.

      Bei Boca gab es im Vergleich zum Auswärtsspiel in Banfield einige Umstellungen, u.a. durfte jetzt auch Carlos Tevez mit ran. Auf Seite der Ecuadorianer war wohl RV Antonia Valencia, bis in der letzten Saison 10 Jahre lang bei Manchester United unter Vertrag, bekanntester Spieler.

      Die Stimmung war von Anfang an überragend, hier singt das ganze Stadion. „Dale Boca..!“…

      Das Spiel konnte letztendlich keinen höheren Ansprüchen genügen, was v.a. daran lag, dass LDU von Anfang an Plan und Selbstvertrauen fehlte, hier noch was zu drehen. Viel Mittelfeldspiel, viele Fouls, wenig Chancen…anyway-schön wieder hier zu sein.“ Esta hinchada siempre alienta!“ Genial!

      Nach dem Spiel noch ausgiebig Fotos gemacht und pünktlich am Abholpunkt erschienen. Bei Absetzung im Hotel bekamen wir noch 2 Original Eintrittskarten mit Spielaufdruck geschenkt (Dauerkarten wurden natürlich wieder eingesammelt). Nett! Den Meister nochmal wegen des Superclasicos sensibilisiert („Preis? Keine Ahnung. Am besten du rufst morgen nochmal die Agentur an..“) und uns den Kaltgetränken nebst Steak gewidmet.

      Schön wars!

      30.08.2019

      CSD Defensa y Justicia – CA Banfield 0:0, Superliga 2019/20 5. Spieltag
      Estadio Norberto Tomaghello (kein Zusatzname), Zuschauer: 4.000



      Nach einem weiteren spielfreien Tag, den wir zu einem Tagestrip über den Rio de la Plata nach Uruguay nutzen und mal von der Großstadthektik abschalten konnten, begann am Freitag der 5. Spieltag der Superliga.

      Jetzt gab es für uns 2 Optionen-Lanús oder Defensa y Justica. Der Vorteil von Lanús war, dass die Anreise dort relativ bequem per Bahn möglich war und zudem das Spiel schon 19 Uhr angepfiffen wurde. Das Stadion von Defensa lag noch weiter südlich, quasi war es die weiteste Anreise aller Vereine vonZentrum BsAs aus (die geographisch noch weiter entfernten Vereine in La Plata sind bequem über eine Autobahn erreichbar). Zudem liegt das Stadion Tomaghello in der Vorstadt Florencio Varela Partido in einer Gegend, wo man nicht ohne Plan nachts um 11 eine Rückfahrt (mit uber oder sonstwie) organisiert. „No es buena zona“ erhielten wir im Hotel zur Auskunft, was auch ohne Übersetzung leicht verständlich ist. Solche Warnungen sollte man dann auch ernstnehmen, jeder der z.B. schonmal bei San Lorenzo war weiß wovon ich rede. Ich wollte dennoch gern dorthin, schließlich war ich in diesem Stadion noch nie und würde wahrscheinlich auch nie wieder dorthin kommen. Einzige Variante war, ein Taxi zu organisieren, was auch auf uns wartete. Das bekamen wir im Hotel organisiert, für einen Freundschaftspreis erklärte sich ein Bekannter des Hotels bereit, uns zu fahren. Kurz überlegt und dann geeinigt, passt.

      Unser Fahrer war ein älterer Herr, Boca-Fan und auch soweit OK. Problem war, dass seine Ortskundigkeit südlich von Banfield sehr zu wünschen übrig ließ. Irgendwo unmotiviert von der Hauptstraße abgebogen und dann an jeder Ampelkreuzung nach dem Weg gefragt, und das in Gegenden, wo man lieber keine Autopanne haben möchte. Sensationell! Wir hatten ja den Preis pauschal verabredet und auch genug Zeit, die Richtung stimmte grob, so dass wir es vorzogen, den Meister nicht mit Infos aus Google Maps zu verwirren. Irgendwann dann auch die Flutlichter am Horizont, Gott sei Dank.

      Direkt vors Stadion gefahren, da gab es sowas wie einen bewachten Parkplatz, 100 Peso. Wir aus dem Auto, leicht verunsichert die Gegend taxiert. Ok, hier nicht auffallen, Karten holen und rein. Wer hier wohnte hat es definitiv nicht leicht im Leben! Da wir quasi direkt an der ersten Absperrung geparkt hatten, war in Sichtweite jede Menge Polizei, was ein Gefühl der Sicherheit vermittelte. An der Kasse 2mal „platea invitado“ geholt-650 Peso pro Karte, der billigste Preis, den wir bei 10 Spielen in Argentinien bezahlt hatten. Aber immerhin schöne Plastikkarte.

      Im Stadion selbst war natürlich der Fuchs begraben, immerhin gabs lecker Kaffee. Das Spiel selbst war ausgeglichen, leichte Vorteile für die Gäste. DyJ wie schon beschrieben als Vizemeister völlig neu formiert. Die Barra machte dennoch richtig Betrieb, hatte ich nicht erwartet. Spiel wäre ja quasi auch ein Süd-BsAs-Derby gewesen, diesen Charakter hatte es natürlich durch den Ausschluss von Gästefans nicht.

      Nach dem Spiel zielgerichtet zum Auto, da wir aber Freitag abend nochmal in die Spur wollten und die Zeit vorangeschritten war haben wir unseren Fahrer dann per Handy bis kurz vor Avellaneda gelotst, damit es einigermaßen orientierungsmäßig voranging. Damit hatte ich jetzt 12 von 14 aktuellen Erstligastadien im Großraum BsAs/La Plata gesehen.

      So, jetzt stand noch ein Doppler am Samstag auf dem Plan und irgendein weiteres Spiel am Sonntag…

      Tbc…..



      [HL1]
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      Ohne Kohle-keine Energie !

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