"Ich habe 50 Länderspiele weggeworfen"
Die Skandalnudel hat Freitag ihr Abschiedsspiel
Der Kult-Kicker geht: Freitag steigt in Bielefeld das Abschiedsspiel von Fußball-Legende Ansgar Brinkmann (39).
BILD am SONNTAG: Die Skandalnudel von gestern macht heute was?
ANSGAR BRINKMANN: Sie ist ruhiger geworden! Ich bin oft als Scout unterwegs, mache bald den A-Schein für Trainer. Zudem habe ich auch aus der Bundesliga Job-Anfragen. Der Fußball bestimmt weiter mein Leben.
BamS: Mit neuen Eskapaden?
BRINKMANN: Alles Schnee von gestern!
BamS: Gönnen Sie uns trotzdem einen Rückblick, bitte!
BRINKMANN: Ich habe ja viel Mist gebaut. In Bielefeld habe ich unter Benno Möhlmann mal Pommes rot-weiß gegessen – in der Besprechung direkt vorm Spiel. Der Trainer hat geschrien, ich habe nur trocken gesagt: „Das ist mein Benzin fürs Spiel“. Beim 4:1 habe ich zwei Tore vorbereitet. Ich war zwar ein Rebell und irgendwo bekloppt, habe aber immer alles gegeben…
…sogar mal im Duell mit der Polizei…
...einmal in Osnabrück hat der liebe Gott es am Ende echt gut mit mir gemeint. Die Polizei wollte mich mit zur Wache nehmen, ich saß schon im Streifenwagen, habe durchs Fenster den Wagen von außen aufgemacht! Ich bin weg über drei Zäune, fünf Garagen, raus aus der Stadt. Die Polizei konnte mir am Ende zum Glück nichts anhaben, sie hat mich in meinem Porsche aber daraufhin immer wieder angehalten. Ich habe mir dann einen Ford Ka geholt...
BamS: War das ihr schnellster Sprint der Karriere?
BRINKMANN: Nein, den gab es aus Jux in Gütersloh: Sechzig Meter über sieben Taxen hinweg, mit Rolle vorwärts auf der letzten – und das ist kein Scherz! Der Abend ging leider noch weiter. Schaden insgesamt: 25000 Mark.
BamS: Nicht nur dadurch wurden Sie zum Fan-Liebling…
BRINKMANN: Ich bin halt ich. Ehrlich, authentisch – und immer heiß auf Fußball.
BamS: Würden Sie alles genauso wieder machen?
BRINKMANN: Ganz sicher nicht! Ich konnte zwar auf dem Feld jeden ausspielen, stand mir aber außerhalb des Platzes oft selbst im Weg. Berti Vogts sagt, ich hätte mich dadurch um 50 Länderspiele gebracht. Die wären mir lieber als 50 Anekdoten.
BamS: Dennoch wirken Sie hier und heute glücklich…
BRINKMANN: Klar, ich habe ja nie jemandem geschadet, nur mir selbst. Und heute habe ich ja auch alles im Leben. Meine Freundin Inga ist die beste Frau der Welt. Und die meisten Menschen mögen mich so, wie ich bin – das werte ich als großes Lob!
Quelle/Bilder: ********Ansgar Brinkmann: „Ich habe 50 Länderspiele weggeworfen“ - Bild.de