Stuttgart: Sonderurlaub für Lehmann
Heißer Poker um Georg Niedermeier
Der Countdown läuft. Neun Tage bis zum Trainingsauftakt am 27. Juni. Eine Gesprächsrunde jagt die nächste. Verhandlungen mit Beratern, Spielern und Vereinen laufen. Entscheidungen sind allerdings noch keine gefallen. Überall hakt es, überall tauchen Hindernisse und Probleme auf.
Teuer: Stuttgarts Georg Niedermeier, links gegen Wolfsburgs Dzeko, ist bisher vom FC Bayern nur ausgeliehen. Die Stuttgarter sehen sich in dieser Transferperiode häufig mit den Begehrlichkeiten des Geschäfts konfrontiert. Der Fluch des Mega-Transfers von Mario Gomez, der für rund 35 Millionen Euro zum FC Bayern wechselt. Eine Rekordsumme, die dazu führt, dass sich die Stuttgarter Gesprächspartner mit extrem hohen Forderungen an den Verhandlungstisch setzen. Diese auf ein erträgliches, sprich akzeptables Maß zu drücken, erweist sich als große Herausforderung.
Einigung im Fall Jovanovic in Sicht
Am ehesten besteht momentan die Aussicht auf eine baldige Einigung im Fall Milan Jovanovic (28). Der serbische Nationalspieler von Standard Lüttich soll einen Dreijahresvertrag erhalten. Allerdings verhandeln Klub und Spieler noch um das Gehalt. Und auch der belgische Meister, der mit dem Offensivmann einen bis 2010 laufenden Vertrag hat, muss erst noch zufriedengestellt werden. Der VfB bietet momentan rund vier Millionen Euro Ablöse, der belgische Meister fordert mindestens fünf. Eine Einigung ist in Sicht, zumal Standard als Ersatz bereits den belgischen Torschützenkönig Alfonso Jaime Riuz (25, KVC Westerlo), der in der Saison 2008/09 17 Treffer erzielte, im Auge hat Georg NiedermeierBewegung kommt jetzt auch ins Werben um Hoffenheims Angreifer Demba Ba, dessen Verpflichtung weiterhin Priorität genießt. Die Aussagen von 1899-Gesellschafter Dietmar Hopp ("Es gibt auch unzumutbare Situationen") werden die Stuttgarter ermutigen, in konkrete Gespräche einzusteigen.
Dagegen stecken die Gespräche um die Zukunft von Georg Niedermeier (23) momentan ziemlich fest. Die Stuttgarter würden den Innenverteidiger, der vom FC Bayern München bis 2010 ausgeliehen ist, gerne fest verpflichten. Doch der Rekordmeister blockt.
Die Münchner wollen Niedermeier, der an der Isar noch einen Anschlussvertrag bis2012 besitzt, nur für teures Geld abgeben, sollen sogar mehrere Millionen Euro fordern. Zur Verrechnung mit der Summe, die sie für Mario Gomez überweisen müssen. Was der VfB logischerweise rigoros ablehnt. Ein heißer Poker ist zu erwarten, bei dem kein baldiges Ende abzusehen ist. Niedermeier, der sich in seinem ersten halben Jahr als Bundesliganeuling mit guten Leistungen (kicker-Notenschnitt 3,13 in fünf Bundesligaeinsätzen) absolut empfohlen hat, hat sein Interesse, beim VfB längerfristig anzuheuern, bereits deutlich gemacht. "Ich würde mich freuen, wenn es klappt", meint Stuttgarts Trainer Markus Babbel.
Freude dürfte der Coach auch seinem Torhüter bereitet haben. Jens Lehmann bekam verlängerten Urlaub. Mit der Erlaubnis von Babbel darf der 39-Jährige sowohl dem offiziellen Trainingsauftakt am 27. Juni als auch dem ersten Ausdauertrainingslager vom 1. bis 8. Juli fernbleiben. Außer Lehmann dürfen nur die Nationalspieler des VfB später in die Saisonvorbereitung einsteigen.
Hilbert: Der Kandidat - Fußball - Bundesliga - kicker online