Es geht mir allein um die Vorbildfunktion und gesellschaftliche Wirkung. Existenzen gehen kaputt, Menschen sitzen mit quasi-Berufsverboten zu Hause und durch (teuer erkaufte) Konzepte soll der Fußball gefälligst weiterlaufen. Der 12jährige darf sich zum Kicken nicht Mal mit 5 Freunden auf dem Bolzplatz treffen, aber Millionären darf er im TV zuschauen. Auch dass das persönliche Umfeld und die unmittelbaren Kontaktpersonen eines infizierten Spielers nicht in Quarantäne müssen, finde ich absolut inakzeptabel, wenn es für unsereins abweichende Regeln gibt. Womit willst du diese denn begründen, wenn nicht mit einer Sonderstellung?
Natürlich ist der Profifußball ein Milliardengeschäft, das sich keinen Stillstand erlauben will. Die Wirkung ist aber dennoch verheerend. Am Ende hat man Titelträger und Absteiger unter widrigsten Umständen, der Fan bleibt ohnehin außen vor und die Entfremdung vom Otto-Normal-Bürger wird sicher nicht kleiner. Was ist dann gewonnen? Man legt einige Branchen auf nicht absehbare Zeit lahm, aber tut fast so als sei das Kicken nun systemrelevant und mit aller Macht wieder zu beleben.
Ich sage nicht dass die Liga 2 Jahre ruhen soll. Aber mir fällt kein Grund ein, warum man das Ganze jetzt starten sollte, wo Millionen Menschen durch Einschränkungen und Beschränkungen in Kurzarbeit sind und Abertausende ihre Existenzen verlieren. Und Argumente dafür habe ich hier auch bisher kaum welche gesehen.
Das ist jetzt im wesentlichen dein vorheriger Beitrag nochmal in Langfassung
Für Amateur- und Hobbysport hast du nun ein Beispiel gesucht, warum da eine Priorisierung gegenüber dem Berufssport sein sollte aber weiterhin nicht ausgeführt.
Ich habe da so langsam bei dir (und ein paar anderen) das Gefühl, dass erst (ideologisch) entschieden wird, dass die Bundesliga auf keinen Fall weiterlaufen darf und danach dann nach irgendwelchen Gründen gesucht wird. Komme was wolle. Mit so einer negativen Grundeinstellung findet sich im Zweifel immer irgendwas.
Diese kleinkindhafte (oder zumindest unkonstruktive) Einstellung "Warum darf der und nicht ich?" ist auf jeden Fall kein guter Ratgeber für den Weg aus der Krise. Wenn demnächst über Öffnungen im Tourismus-Bereich diskutiert wird und dann kommt jemand und meint, man könne ja wohl kaum Leute verreisen lassen, während man im Tante Emma Laden ne Maske tragen muss, findest du das bestimmt auch nicht mehr so toll ![]()