Gegen Bielefeld steht Becker sein kompletter Kader zur Verfügung
Karlsruhe (her). „Selbstbewusst, aber nicht überheblich\` müsse seine Mannschaft die
kommende Begegnung am Sonntag, 21. Oktober (17 Uhr, Wildparkstadion), gegen Arminia
Bielefeld angehen, um nach Möglichkeit einen weiteren Dreier einzufahren.
Mit einem Sieg über den Tabellendreizehnten würde der KSC einen großen Schritt tun, um sich vor der Winterpause ein vernünftiges Punktepolster zu verschaffen, mit dem es sich dann einigermaßen sorgenfrei in die Rückrunde blicken ließe. Da aber „zwischen gesundem Selbstbewusstsein und Überheblichkeit nur ein schmaler Grat“ ist, geht es Becker zurzeit vor allem darum, seine Mannschaft darauf einzustellen, dass ihr gegen die Ostwestfalen ein ganz harter Kampf bevorsteht, der nur mit höchster Konzentration erfolgreich bestanden werden kann.
Der sonntägliche Gegner ist ein geradezu klassisches Beispiel dafür, wie schnell man sich in der Ersten Liga auf dem Boden der Tatsachen wiederfindet, wenn die Ansprüche nicht der Wirklichkeit entsprechen. Nach fünf Spieltagen stand Bielefeld in der Tabelle (wie zurzeit der KSC) auf Platz zwei und Arminen-Trainer Ernst Middendorp erklärte seine Mannschaft gar zum „Bayern-Jäger Nummer Eins“. Was von Bielefelds Coach als Motivationshilfe gedacht war, erwies sich aber als Schuss, der nach hinten losging. Die nächsten vier Spiele verlor Bielefeld allesamt, wobei die 1:8-Schlappe bei Werder Bremen besonders weh tat. Mittlerweile finden sich die einstigen Bayern-Jäger in den unteren Regionen der Tabelle wieder.
Dieses Schicksal will der KSC nach Möglichkeit nicht erleiden und wird alles daran setzen, auch in diesem Spiel die Stärke zu zeigen, die er in den letzten Begegnungen demonstrierte. Dabei können die Blau-Weißen allerdings nicht mehr damit rechnen, dass sie von ihrem Gegner auf die leichte Schulter genommen werden, wie dies vielleicht noch in den ersten Saisonspielen der Fall war. „In Zukunft wird uns niemand mehr unterschätzen“, meinte denn auch Christian Timm, der beide KSC-Treffer beim 2:0-Sieg auf Schalke erzielen.
Zum ersten Mal seit dem Aufstieg trägt der KSC die Favoritenbürde und genau da setzt Ede Becker an, wenn er davon spricht, dass seine Spieler zwar „selbstbewusst, aber keinesfalls überheblich“ in dieses Spiel gehen müssten. Was passieren kann, wenn man eine Begegnung nicht ernst nimmt, erlebte der Tabellenzweite der Ersten Liga am vergangenen Freitag in einem Testspiel gegen den Tabellenletzten der Zweiten Liga. Mit 1:5 unterlag der KSC dem SC Paderborn und blamierte sich dabei vor rund 2500 Zuschauern in Reichenbach bis auf die Knochen.
Vielleicht war diese Klatsche ein heilsamer Schock und die Mannschaft hat erneut begriffen, dass man mit halber Kraft auch gegen das Zweitliga-Schlusslicht keine Chance hat. Dass seine Spieler gegen Bielefeld wieder ganz anders zur Sache gehen werden, davon ist Becker überzeugt, der übrigens zum ersten Mal seit Saisonbeginn seinen kompletten Kader zur Verfügung hat. Alle Spieler sind fit und Becker hat dies, was er als „angenehmes Problem, wenn es denn so etwas gibt“, bezeichnet. Dabei wird es allerdings zu Härtefällen kommen, zumindest was die Anfangsformation anbelangt. Dabei hat die „Schalke-Elf“ mit Sicherheit einen kleinen Bonus und es kann deshalb durchaus sein, dass auf den beiden Sechserpositionen erneut Michael Mutzel und Massimilian Porcello beginnen werden und Godfried Aduobe, wie schon auf Schalke, zunächst auf der Bank sitzen muss. Ein ähnliches
Schicksal droht auch Bradley Carnell, den Alexander Iashvili im linken Mittelfeld gut vertrat.
Ob beim Gegner am Sonntag der einstige KSC-Spieler Ioannis Masmanidis dabei sein wird, ist noch offen, wie überhaupt Armia Bielefeld nur sehr schwer einzuschätzen ist. Bei einem Test unter der Woche kam die Mannschaft von Ernst Middendorp gegen einen Landesligisten nicht über ein 0:0 hinaus und danach soll es im Team ziemlichen Zoff gegeben haben. Ob dies nun gut oder schlecht für den KSC ist, wollte Ede Becker nicht beurteilen. Der will sich sowieso nicht zu sehr am Gegner orientieren. „Wir müssen unser Spiel durchziehen und dabei die richtige Mischung zwischen Offensivkraft und einer sicheren Abwehr finden. Dann können wir auch dieses Spiel gewinnen“, lässt Becker keinen Zweifel an der sonntäglichen Zielsetzung.
Die voraussichtliche KSC-Aufstellung:
Miller, Görlitz, Franz, Eggimann, Eichner, Porcello, Mutzel, Timm, Hajnal, Iashvili, Freis.