Ich durfte mir vergangene Woche einen Monolog von der Angestellten in meiner lokalen Textilreinigung anhören. Die weiß es grundsätzlich besser - manchmal tatsächlich, wie z.B. bei ihrer Bäcker-Empfehlung. Manchmal kann man daran auch zweifeln, so z.B. an ihrer Überzeugung, dass der Bau der U5 in Frankfurt eigentlich der Konstruktion von geheimen Bunkeranlagen dient. Aber eigentlich ist sie ganz in Ordnung.
Nun, auf jeden Fall wird sie sich auch weiterhin nicht impfen lassen, da man ja nicht wissen kann, was in dem Zeug drin ist und welche Langzeitwirkung das hat. Sie kam darauf, das zu erwähnen, weil sie sich aufregte, dass ihre Kinder voraussichtlich kommendes Jahr wieder halbgaren Video- oder Wechselunterricht haben. "Aber an uns liegt das diesmal nicht!" Sondern? "Na das liegt daran, dass die Merkel wieder alle reingelassen hat, die ganzen Leute da in München und aus England, die da im Stadion waren! Und in Schottland haben sich gleich nach dem ersten Spiel 2.000 infiziert, nachdem sie im Stadion waren!"
Bei den 2.000 und "im Stadion" habe ich mal kurz zur Gegenrede angesetzt. Aber da gewinnst du ja auch nix mehr. Der Eindruck hat sich halt verfestigt: Die Fußball-Fans dürfen ins Stadion und dadurch verbreitet sich Corona. Und ich vermute, dass das auch auf viele Leute zutrifft, die nicht unbedingt an Bunkeranlagen in der U-Bahn glauben.
Ich hab' auch nicht das Patentrezept dafür, wie der Fußball sich besser darstellen kann - vielleicht müsste man noch lauter darüber reden, wie man 3G und Abstandskonzepte durchsetzt (und das dann auch tatsächlich tun). Vielleicht müsste man noch lauter drüber reden, was die eigenen Fangruppen auf die Beine stellen (wofür man mit denen aber nach Möglichkeit nicht auf Kriegsfuß stehen sollte).
Was aber unter Garantie nicht hilft: Wenn ein Zingler über die Wahl fantasiert und ein Hellmann vor Gericht ziehen will...