Alles anzeigenDer Umgang mit Augustiner Edelstoff
Münchner Bier ist ja an und für sich schon ein edler Stoff.
Für den Genuss von "EDELSTOFF" jedoch sollte jeder Wies´nbesucher die fünf wichtigsten Grundregeln kennen und beherzigen.
1. DIE VORFREUDE UND DER DURST
Beide sind gleichermaßen wichtig. Die Vorfreude stellt sich meist von selbst schon bei den Hauptbegriffen "WIES’N" und "AUGUSTINER FESTZELT" ein. Für den Durst gibt es verschiedene Tätigkeiten (z.B. Arbeit), von denen im allgemeinen aber abgeraten wird. Besser geeignet dafür sind ausgesprochenes Wies’n- Wetter oder eine angeborene durstige Seele. Am besten ist und war immer schon eine Einladung zum Freibier.
2. DIE BIERBESTELLUNG
Wies’n-Wirte und Bedienungen schätzen hungrige sowie durstige Gäste und sind folglich ernsthaft daran interessiert, daß niemand über Gebühr auf Speis und Trank warten muß. Bedenken Sie aber, daß eine Bedienung kein Tausendfüßler und ohne Rollschuhe auf die Welt gekommen ist. Normalerweise genügt die höflich vorgebrachte Äußerung "Bitt’schön, i hätt gern a (eine) Maß". Für die Folgebestellung reicht "Ja no oane". Die meisten Bedienungen bringen nämlich automatisch und regelmäßig Henkelfutter an die Tische, dann können Sie mit Kopfnicken, Daumenhochhalten oder dem Eselsruf "I aa" Ihre weitere(n) Maß(en) erhalten. Achten Sie aber darauf, den Kopf wieder rechtzeitig hochzuheben.
3. ZUM TRINKEN SELBSTZUM TRINKEN SELBSTOben auf jeder Maß ist der Schaum, auch "Krone" genannt, Manche Schenkkellner (im Volksmund Banzenbarone) schaffen es, königliche Kronen in die Krüge einzubringen. Zu üppiger Schaum läßt sich mit einem kräftigen "Blaserer" leicht entfernen. Sollten Sie ihr Gegenüber einschäumen, sagen Sie vorsorglich leicht lächelnd "Hoppla". Das genügt. Fortgeschrittene können mit einem "A’hala" den selben Effekt erzielen. Im umgekehrten Fall pusten Sie ruhig zurück. Dazu empfiehlt sich ein herzhaft joviales "Prost bei’nand". Anfängern ist es gestattet, den Maßkrug mit beiden Händen an den Mund zu führen. Bei Erklingen der Wies’n-Wirte-Hymne ("Ein Prosit der Gemütlichkeit, ..usw.") halten Sie ehrfurchtsvollst Ihren Krug in die Höhe und singen kräftig mit. Anschließend dürfen Sie trinken. Sollten Sie gerade eine Doppelbrez’n, drei Radieserl oder sonst ein Schweinshaxen-Schwartel im Mund haben, dürfen Sie bis zur nächsten Runde aussetzen. Trinken aus Nachbarkrügen ist verpönt und nicht empfehlenswert.
4. ZU DEN TISCHMANIEREN
Am Tisch eines noch auffindbaren Münchners Platz zu bekommen, ist ein Glücksfall, aber durchaus möglich. Hier lernen Sie profitabel durch einfaches Zuschauen. Zeitweiliges, beharrliches Schweigen Ihrer Nachbarn ist kein Zeichen von Ignoranz. Dies ist die Urform von Ruhe und stillem Genuß. Sicher werden Sie bei angepaßtem Verhalten in die Tischrunde aufgenommen. Dies sollte aber kein Anlaß sein, Ihren Tischpartner einen "bayerischen Seppl" oder seine Frau gar "ein olles Suppenhuhn" zu nennen. Beides könnte Ihrer mühsam aufgebauten Beziehung raschen Abbruch tun.5. DIE NACHWEHEN
Keine Angst, "EDELSTOFF" führt nur bei unbedachter Handhabung zu spontanem Schlafdrang, erhöhtem Blasendruck, gestörtem Orientierungssinn oder plötzlichem Desinteresse an einer Maßkrugfreundschaft. Liebevoll und mit Bedacht genossen hingegen führt er Sie ein in die einfache, aber rundum beglückende Münchner Oktoberfest-Lebensart.Egal wo immer Sie auch sind und einen "EDELSTOFF" entdecken, greifen Sie zu und genießen Sie ihn! Es gibt viele wichtige Dinge im Leben. Eines davon ist unumstritten der RICHTIGE UMGANG MIT "EDELSTOFF"! Also dann... die Krüge hoch... und PROST mit a nand!
Auf in die Fischer Vroni
Und erst noch alles offeriert *g*