Glückwunsch, Sieg geht in Ordnung, um ein Tor zu hoch.
Beiträge von Zumsel
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Mal gaaaaaaanz kurz für die nichtaufgeklärte Generation hier. Hertha und seine Fans muss man wirklich absolut im historischen Rahmen betrachten. Völlig losgelöst von den einfachen Bedingungen die alle anderen Buli-Vereine hatten. Hier herrschten bis zur Wende absolut andere Regeln und Masstäbe. Als der große Fußballboom in Deutschland Ende der 60er Anfang der 70er losging, war Berlin bekanntlich eine geteilte Stadt, wie man in den Geschichtsbüchern gerne nochmal nachlesen kann. Von den heute in Berlin lebenden 3 Mio. Einwohnern, wohnten 50% im sozialistischen Ostberlin, also hinter der Mauer (oder davor ) und konnten daher überhaupt keine echte emotionale Bindung zum Verein aufbauen. Da war nix mit Stadionbesuch, die Mannschaft live erleben, Auswärtsfahrt oder Training besuchen etc.. Max. 10min. am Sa. in der Sportschau, das war alles was man zu sehen bekam. Dort wurden dann also Vereine wie Union Berlin oder die Eisbären (Dynamo Berlin) zur Symbolfigur der Bevölkerung. Das gleiche gilt übrigens für das gesamte Berliner Umland (Brandenburg). Auch DDR genannt. Von den anderen heutigen 1,5 Mio Westberlinern sind die Hälfte Ausländer oder zugewanderte aus anderen deutschen Regionen. Die haben eh keine Bindung zu Berlin oder Berliner Traditionsvereinen. Bleiben am Ende also ca. 750.000 Berliner. Mal abgerechnet von Kindern und Greisen (Frauen auch ), sind davon nicht wirklich alle 100% Sport- oder gar Fussballbegeistert. Wenn dann also von den vllt. 300.000 übriggebliebenen, immerhin 55.000 am WE ins Stadion pilgern, ist das eine tolle Quote von fast 20% der derzeitigen Zielgruppe. Außerdem ist trotz dieser schweren historischen Bedingungen, zunehmend ein permanenter Aufschwung bei den Zuschauer- und Mitgliedszahlen zu verzeichnen.
"Provinzen" wie rund um Gladbach oder `lautern mit seiner Pfalz, hatten ganz andere, viel einfachere Vorraussetzungen. Da konnte seit Jahrzehnten eine ganze Region mit dem Verein zusammenwachsen. Diese Möglichkeit ist in Berlin erst seit der Wende möglich. Also noch etwas Geduld. Ach und übrigens hat Hertha den größten Zuwachs an jugendlichen Fans des gesamten deutschen Profifussballs seit Jahren. Da wächst also gerade eine neue Fangeneration und Tradition heran.Die Wende ist aber schon 20 Jahre her, oder? Und in den Nachwendejahren sind schon sehr, sehr viele große deutsche (und andere) Firmen nach Berlin gegangen und haben eine Dichte potentieller Sponsoren hergestellt, die wohl einmalig in der deutschen Sportgeschichte ist. Ds Hertha seitdem managementtechnisch zu 80 % falsch gemacht hat, was falsch zu machen war, dürfte auch unbestritten sein. Nicht ganz vergessen sollte man in der arme-Hertha-Rechnung auch noch, dass denen quasi seit 1933 stets ein so großes Stadion zur Verfügung stand wie keinem anderen Verein. Das ist ja auch nicht so schlecht und birgt Potential
Der wirklich große Fußballboom mit expodierenden Zuschauerzahlen und TV Kohle, der einiger Vereine hoch spülte (zumindest zeitweiese) war zu Beginn der 90iger Jahre. Also genau zu der Zeit als Hertha im Schlaf 1,5 Millionen potentieller Fans direkt vor der Haustür zufielen. Hör doch auf mit diesem pseudolustigen Gelaber von der Mauer als großen Hemmschuh. Das Problem war und ist, dass Hertha niemanden kickt(e), weil das einfach ein konturloser Verein ist, der vor nicht allzu langer Zeit in Liga 2 vor 4500 Leuten gepölt hat.
Zum Thema hohen Migrantenanteil musst du einem Ruhrpottler wohl auch wirklich nix erzälen. Hier ist es das selbe: Hertha fasziniert nicht und deshalb kommen die Leute auch nicht. Leute sind zudem nicht entweder sportbegeistert oder nicht, das sind Menschen, die man zumnidest zum Teilbegeistern und für den Verein gewinnen kann. Die folgende Rechnung ist total absurd. Folgt man deiner Rechnung und rechnet mit ähnlich Prozentzahlen für Dortmund, gehen hier vermutlich 87 % der Einwohner hin. Das ist doch Augenwischerei.
Zum Thema Gladbach und einfache Strukturen kannst du dich gern mal bei deren Fans erkundigen: die haben es trotz langer Jahre im Europacup und einiger Meisterschaften nicht zuletzt aufgrund Sponsorenmangels (da ist halt nicht viel außer Diebels am Niederrhein) nie geschafft auch nur eine annähernd ähnlich Infrastruktur wie Bayern zu schaffen. Von wegen Vortel MG.
Zuwachs an Mitgliedern und Fans hat seit Jahren so ziemlich jeder Profiverein in Deutschland (auch Hoffe
) und ist nu wirklich nix besonderes.Manchmal ist so ein Blick aus der Ferne auch durchaushilfreich und besser als in den reflexartigen Frontstadt-Berlin-MOdus zu verfallen.
Wie gsagt ich will hier niemanden was, auch nicht der Hertha, aber Platz für eine kontorverse Meinung ist hier doch immer....
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In der WR wird spekuliert, dass Rafinha noch diesen Monat gehen könnte.
Was meint ihr: stimmt das und wenn ja: wohin? -
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Dumm, Dümmer, am Dümmsten. Der Schreiberling hat aber auch nix mitbekomen, wa. Auch in den schweren Zeiten wurde die Mannschaft immer ohne wenn und aber supportet. 2.500 auf der MV. 55.000 alleine gegen Frankfurt trotz der miesen Spiele. 5.000 in Hanoi. Gegen Brämen ist jetzt schon alles ausverkauft. Rettungsplan Hertha gibt es. Hat der Typ Winterschlaf gemacht ?
P.S. Die Sache mit Provinzvereine wie Mönchengladbach und Kaiserslautern, find ick ja ooch geil.
Mal aus der Entfernung (räumlich und emotional) betrachtet:
der zitierte Artikel ist nicht besonders gut, keine Frage: er ist oberflächlich, leicht reißerisch und offenbar mit der heißen Nadel gestrickt. Allerdings enthält er einige "Thesen", die dennoch nicht ganz so leicht vom Tisch wischbar sind (oder zumindest diskutabel).
Stichwort "Verankerung in Berlin" und Provinzclubs Lautern und Gladbach:
Klar ist es verfehlt Gladbach (und die Pfälzer) als Provinzclubs zu bezeichnen, richtiger wäre sicherlich: Clubs, deren Stadt in der Provinz liegt, das ist nun mal so bei beiden Vereinen und dennoch oder gerade deshalb haben sie neben der berühmten "ganzen Region" auch in entfernteren Gefilden viele Fans.Sie stehen halt für eine bestimmte Art zu spielen, für eine gewisse Philosophie, haben eine dramatische Geschichte mit Höhen und Tiefen, an denen viele Leute antil genommen haben. Sie sind - so nennt man das wohl - eine Marke. Genau das fehlt Hertha! Sie sind einfach nur da und bauen im Zweifelsfall mit viel Geld große Schei*e. Das Entscheide an dem Zitat aus der Welt zu Klautern und Gladbach ist hier meiner Meinung nach der Punkt, den Worfulus weglässt: (Fehlender) Lokalpatriotismus (in Berlin)!
Und hier sollte jeder, der sich im Fussball im Allgemeinen und in Berlin in speziellen auskennt wohl wissen, dass Hertha in der Stadt (der Bevölkerung) überhaupt nicht verankert ist. In Relation zur Größe der Stadt ist Hertha sogar vielen Berlinern scheißegal, bundesweit natürlich noch viel mehr, Stichwort "Sinnlosclub".Stichwort Support und Auswärtsfahrer von Worfulus:
5000 in Hannover bei ~ 290 km Entfernung: ja und? Das ist doch wirklich nix besonderes, volles Haus gegen Werder haben (viele) andere Vereine seit Jahren und 2/3 voll gegen einen direkten Mitkonkurrenten ist ja auch nicht die Welt. Vielleicht sind das für Hertha-Maßstäbe positive Trends und die Szene rückt zusammen, aber wenn man sich mal den Abstiegskampf in den vergangenen Jahren und die Zuschauerresonanz von Vereinen wie Köln, Gladbach, Frankfurt oder Dortmund anschaut, kommt man wohl schon ins Grübeln.
Damit mich niemand falsch versteht: ich habe nicht die Absicht auf am Boden liegende einzudreschen, aber die Grundaussage "Es ist kratzt niemanden, wenn Hertha absteigt" bestätigen in meinem Bekanntenkreis locker 30 Leute, die Anhänger verschiedener Vereine sind. Und wirklich wiederlegt wird diese These durch keinen der Pro_hertha-User hier.
Wenn Hertha sich wirklich noch retten sollte durch eine Hammer-Rückrunde:
, aber wenn nicht: es gibt sicherlich Vereine, die der Bundesliga (und den Fans) mehr fehlen würden. -
Den Brief finde ich richtig gut! Inhaltlich und sprachlich - Klasse!
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Hummels hätte bei uns doch kaum Einsätze bekommen

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Gomez=Valdez? ;);)
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Ein Jahr älter als der Ostgote aus der Karl-May-Open-Air-Stadt...


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Herzlichen Glückwunsch, Dr. Specht!
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Wenn du mehr über Jan-Aage während seiner Zeit in England wissen willst, sei dir "Der Traumhüter" von Lars Leese empfohlen.
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Der Aspekt auf den ich in Sachen Scholl abhebe war und ist sinngemäß "statt sich neuen Herausforderungen zu stellen, lieber im Verein bleiben".
Ich habe an keiner Stelle geschrieben, das Scholl überbewertet war oder ist. Dass er allerdings auch stets mit dem Etikett "Ewiges Talent" kämpfen musste, dokumentiert nicht zuletzt sein eigener Ausspruch "Lieber ewiges Talent als gar keins." Ebenso hat er freimütig und oft betont, dass er kein Führungsspieler ist/war oder sein wollte. Er hat sich immer ganz gern hinter Typen wie Kahn, Effenberg oder Matthäus versteckt und lieber den lustigen Mehmet gegeben.
Die Chance, zu wechseln und sich auch mal im Ausland zu beweisen, wenn er schon in der Nationalmannschaft nie die ganz große Geige gespielt hat, war doch da häufiger da. Am augenscheinlichsten war es nach der Saison 2001:
9 Jahre im Verein, gut 30 Länderspiele, 5 mal Meister mit Bayern, 2 mal Pokalsieger und Championsleague Sieger und mit 30 Jahren auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
Was soll denn dann bei Bayern München noch kommen?
In der Situation ist der Mehmet lieber bei Uli geblieben und hat - ohne Frage von Verletzungen geplagt - anschließen in 7 Jahren noch ganze 95 Bundesligaspiele und 3 Länderspiele gemacht. Sicher hat er noch das eine oder andere gute Spiel gemacht, ein paar Dinger aufgelegt oder Freistoß verwandelt, aber nüchtern betrachtet ging es ab 2001 stetig, aber sicher bergab. Das ist dann bei dir wohl mit "reduzierte Rolle " gemeint, aber dafür hat er weiterhin schön voll kassiert (und sicherlich nicht weniger als Ricken) und hat seine Karriere in ähnlicher Manier wie Ricken beendet, als er merkte, dass es nicht mehr reicht.
Loswerden wollte man Ricken in erster Linie nach 2005, nach 12 Jahren im Profikader mit stets mehr als 20 Einsätzen (außer in der Debütsaison) und ganzen 3 Jahre vor seinem Karriereende als Profi, bevor er für die 2. Mannschaft auflief. Das auch Ricken immer wieder mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte und sich oft wieder zurück in die Mannschaft gekämpft hat und weiter wichtige Vorlagen und Tore lieferte, kommt natürlich in 3 Minuten ran und Sportschau-Berichten nicht vor, ist ja auch viel besser vom Fall des großen Talents zu berichten.Abschließend: Scholl war mit Sicherheit talentierter und besser als Ricken und zeitweise ein wichtiger Spieler des FCB. Er hat aber aber nie den ganzen Verein geprägt wie Matthäus, Effenberg, Kahn oder Ballack.
Ricken ist ein Dortmunder Idol, das nicht alles errreicht hat, was möglicher- weise "drin" war, aber er hat für den Verein sehr, sehr viel getan.
Geminsam haben sie, dass sie nie das Nest verlassen haben und das war mit der "Gruß-Anspielung" gemeint.
Schwach finde ich es von Dir, dass du mit keiner Silbe auf die Kurzdarstellung von die Verdienste von Ricken vor dem CL Finale 97 eingehst, die hier in Dortmund kaum einer vergessen hat, egal was danach kam.
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Der lange Beitrag oben ist nicht die Antwort auf den Scholl-Gruß, die geb ich Dir in London...
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Zum Thema Ricken:
Wer Ricken auf das Tor gegen Juventus reduziert, wird es natürlich nicht verstehen können. Wer damals dem Kaiser geglaubt hat (Weltklasse blabla) statt mal hinzuschauen und Ricken als eher langsamen, technisch limitierten, nicht übermäßg talentierten, aber torgefährlichen Mittelfeldpieler, der er ist, wahrzunehmen, der kann es nicht verstehen.
Ricken war 17, als er in seinem 2. BL Spiel als eingewechselter (und später wieder ausgewechselter) Spieler gegen den doppelt so alten Steiniger das Siegtor gegen den MSV-Duisburg schoss. Sechs Tage später schoss er das 2-0 für den BVB bei Inter Mailand.
In der Saison darauf bildete er mit Tanko (17) in den entscheidenden Spielen nach Verletzung von Povlsen, Riedle und Chappi den legendären Babysturm, der den BVB nach 32 Jahren zum Meister macht. Hier schoss er das 2-0 im finalen Heimspiel gegen den HSV. Im selben Jahr schoss er in der 119. Minute des Uefacup Achtelfinals den Siegtreffer gegen La Coruna.In den kommenden Saison 95/96 schoss er als Mittelfeldspieler in 26 Spielen 6 Tore, darunter wichtige Tore in Spielen gegen Sch+lke und Gladbach sowie zwei wichtige Tore in der Championsleague. Der BVB wurde wieder Meister.
1997 schoss er vor dem Finale ein Tor dem Spiel in Bukarest und zweimal den 1-0 Siegtreffer auswärts im Halb- und Viertelfinale.
All diese vielen, wichtigen Tore lagen schon vor dem Tor gegen Turin und er war schon Publikumsliebling in Dortmund und Matchwinner bevor er überhaupt einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde.Das sind allein die nackten sportlichen Daten, unabhängig davon, dass er in Dortmund geboren ist, glühender BVB-Fan war(ist) und wie kein zweiter für Fussball, der in Dortmund geliebt wird, steht: mit wenig Talent und Technik, aber mit viel Herzblut und Willen den Sieg erkämpfen.
Sicherlich ging es nach dem CL-Sieg eher bergab, ihm aber die selbst errungenen Erfolge dann als Indiz seiner "verschenkten" Karriere auch noch vorzuhalten ist doch totaler bullshit. Dennoch war Ricken in den weiteren Bundesligajahren immer wieder ein wichtiger Spieler für und BVB und hatte auch großen Anteil an der 2002er Meisterschaft.
So einem Spieler dann Abzockertum und mangelnde Identifikation mit dem einigen Profiverein, für den er je gespielt hat, vorzuwerfen, ist wirklich unmöglich. -
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und danach seinen fett dotierten Vertrag [...] ausgesessen hat, anstatt sich noch mal woanders zu beweisen? Ich würde das mal nicht mit Vereinstreue verwechseln.
Schönen Gruß an Mehmet Scholl, Norton!
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Zè Roberto kommt absprachegemäß erst am 2.1.10.
Und den Fischer fand und finde ich fußballersich schon ganz gut, an seiner Rolle im BL-Skandal gibts allerdings auch nix zu beschönigen. Das heutige Strafmaß von DFL/DFB bei einem solchen Vergehen mehrerer Spieler würde mich interessieren, ganz unanhängig von der Vereinszugehörigkeit.
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Für die 0:1-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld kassierten Fischer und seine Mannschaftskollegen 40 000 Mark. Der kollektive Schwur der Schalker vor Gericht nach Aufdeckung des Skandals, mit der Manipulation nichts zu tun zu haben, brachte dem Club den Beinamen «FC Meineid» ein.
Ein echtes Sch*lker Idol...

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Nennt mir mal einen Club wo die nicht froh waren als er endlich weg war
Sch*lke 1998. -
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