Der tschechische Nationaltorhüter Petr Čech will mit seiner Nationalmannschaft bei der UEFA EURO 2008™ den Titel holen und damit die Enttäuschung über das verlorene Endspiel in der UEFA Champions League vergessen machen.
"Nach vorne schauen"
Čech scheiterte mit seinem Verein Chelsea FC im Finale der europäischen Königsklasse am 21. Mai mit 5:6 im Elfmeterschießen an Manchester United FC. Der 26-Jährige hat diese bittere Niederlage zwar immer noch im Kopf, doch gleichzeitig konzentriert er sich voll und ganz auf seine nächste Aufgabe. "Im Fußball geht alles so schnell, man muss gleich wieder nach vorne schauen", sagte er gegenüber uefa.com. "Es war sehr enttäuschend in Moskau, weil wir ganz nahe dran am Gewinn der Champions League waren. Für mich ist es ein großer Vorteil, dass gleich wieder ein großes Turnier ansteht, denn so kann ich mich total auf die EURO konzentrieren. Das hilft mir, die Enttäuschung wegzustecken."
"Fühle die Anspannung"
Čech ist sehr erfahren, er hat bereits 59 Länderspiele auf dem Buckel und war bei der UEFA EURO 2004™ sowie der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 im Einsatz. Trotzdem läuft es ihm kalt den Rücken hinunter, wenn er an das erste Spiel der Gruppe A am Samstag in Basel gegen Co-Gastgeber Schweiz denkt. "Ich habe mittlerweile mehr Erfahrung, also weiß ich, was auf mich zukommt. Aber auch ich fühle noch die Anspannung und bin mir bewusst, welch großes Turnier vor uns liegt", erklärte er. "Ich liebe solche Turniere, denn dabei sieht die ganze Welt zu. Es gibt eine Menge Druck, Adrenalin und eine unglaubliche Zahl an Fans. Das ist das oberste Niveau, auf so etwas freue ich mich immer ganz besonders."
Gastgeber unter Druck
Die anderen Gegner der Tschechen in der Gruppe A sind Portugal und die Türkei. Čech schätzt alle drei Teams sehr stark ein. "Das ist eine schwere Gruppe", meinte er. "Es wird wichtig sein, wie die Schweiz mit dem Druck des Gastgebers umgehen kann. Ich kann mich noch an die UEFA-U16-Europameisterschaft erinnern, die man mit diesem Turnier nicht vergleichen kann, aber damals waren wir die Gastgeber und standen besonders unter Druck, denn die Leute erwarten, dass man in seinem eigenen Land gut spielt. Das hat uns zusätzlich motiviert, deshalb haben wir auch besser gespielt. Warten wir ab, wie es den Schweizern ergeht."
Stark und gefährlich
"Die Türkei hat sehr viele starke Spieler, doch bei ihnen weiß man nie, welche Mannschaft aufläuft", so Čech. "Wenn sie einen guten Tag erwischen, sind sie eine der besten Mannschaften der Welt - aber wenn nicht, dann ist es eine andere Geschichte. Trotzdem sind sie immer noch eine starke und gefährliche Mannschaft. Für mich ist Portugal in dieser Gruppe der Favorit. Sie haben ein großartiges Team und einen großartigen Trainer, dazu sind sie auch sehr erfahren. Cristiano Ronaldo ist im Moment bärenstark, daneben verfügen sie auch über andere große Spieler wie Deco und Ricardo Carvalho – sie sind immer eine fantastische Mannschaft."
Minimalziel Viertelfinale
Die Tschechen konnten die Qualifikationsgruppe D vor Deutschland gewinnen, dabei stand Čech zehnmal zwischen den Pfosten. Vor vier Jahren in Portugal stand er mit seiner Mannschaft bereits im Halbfinale, nun soll es sogar noch einen Schritt weiter gehen. Im Moment will der Torhüter aber noch nicht zu weit nach vorne blicken. "Wir wissen, dass alle enorm unter Druck stehen werden, denn man will immer sein Bestes geben - bei der Endrunde dabei zu sein ist bereits eine tolle Sache, aber man will immer auch erfolgreich sein", sagte er. "Wir können positiv an die Sache herangehen. Wir haben eine gute Qualifikation gespielt und auch die Testspiele erfolgreich gestaltet. Wir haben einen guten Kader und können das Viertelfinale erreichen, das ist unser Ziel. Warten wir ab, was anschließend passiert."