Du hast hinterher so oder so Erklärungsnotstand seitens der Politik.Machst du am 07. März schrittweise auf und die Inzidenz/Todeszahlen bleiben niedrig (oder sinken witterungs- und impfbedingt weiter), kommen Bildungseinrichtungen, Handel und Gastronomie um die Ecke "haben wir doch gesagt, man hätte viel früher öffnen können, jetzt haben wir Millionenverluste".
Geht es nicht gut und die Zahlen steigen-im worst case exponentiell-dann heißt es von Virologen und Epidemiologen "haben wir doch immer gesagt, oberhalb von Inzidenz 10 kann man nicht öffnen".
Insofern hat hier die Politik so oder so den Schwarzen Peter hinterher.Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man zumindest die Grenzen vorübergehend einigermaßen dicht bekommt (Stichwort Pendler), gerade bei dem was da zum Teil in Tschechien abgeht. Aber das geht man jetzt ja anscheinend an. Frage mich warum sowas solange dauert.
Ich als von den Grundrechtseinschränkungen betroffener Wähler erwarte auch nicht, dass man alles immer richtig entscheidet. Den genau richtigen Zeitpunkt für Lockerungen (nicht zu früh, nicht zu spät) wird man eh kaum treffen können.
Ich erwarte aber, dass man mir eine Entscheidung zu dem jeweiligen Zeitpunkt erklärt. Dass die Entscheider dann 4 oder 6 Wochen später von dem einen oder anderen eingeholt werden ist ja vollkommen klar und daran störe ich mich auch eher weniger.
So wie sie es jetzt machen bringt es jedenfalls gar nichts. Das "Inzidenzenbingo" ist doch nur Wasser auf die Mühlen von Populisten und dem Boulevard. Da sollte man lieber in Kauf nehmen, dass ein vorgestelltes Modell von dem einen oder anderen Virologen (also richtigen jetzt) auseinandergenommen wird.
