Seit Beginn der Pandemie berichtet ein Oberarzt einer Covid-Isolierstation in Darmstadt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über den Klinikalltag mit COVID und seine Erfahrungen, sehr gut finde ich das, profund und anschaulich. Auch heute ist wieder ein Interview drin (aktuell noch nicht hinter Bezahlschranke, PDF ist trotzdem angehängt).
FAS - Interview mit Lungenarzt Celik : Hat man das Recht auf eine Krankheit?
Einfach und treffend finde ich die Einschätzung zur letzten Frage...
Haben Sie eine These, warum die Politik Ihre Mahnungen nicht gehört hat?
Ich glaube, es ist so: Es muss erst richtig brennen, bevor die großen Hebel in Bewegung gesetzt werden können. Dieses Prinzip schadet uns in einer Pandemie. Es wird aber durch die Stimmen am Leben gehalten, die in ruhigeren Phasen besonders laut sind, obwohl man genau dann Erfolge erzielen könnte. Da wird aber über den „Freedom Day“ diskutiert. In diesen Phasen wollen politisch Verantwortliche nicht als „Angstmacher“ dastehen. Das sieht man am Umgang mit Menschen wie Karl Lauterbach: Obwohl er sehr oft Recht hatte, wurde er diffamiert. Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass man mehr auf den wissenschaftlichen Konsens hört, auch wenn es unbequem ist, und nicht auf Wunschdenken und Funktionärsstimmen. Und sich im Nachhinein als überrascht zu geben ist nicht besonders glaubwürdig. Aktuell sind wir in der Situation, in der wir erst reagieren, wenn es brennt – und das tut‘s.