Selektionsansatz wird offenbar in UK diskutiert:https://edition.cnn.com/2020/04/03/hea…intl/index.html
Interessant. Meine Bedenken werden im Stichwort "two-tier society" auch aufgegriffen. Glaube das wäre eine echte Zerreißprobe.
Selektionsansatz wird offenbar in UK diskutiert:https://edition.cnn.com/2020/04/03/hea…intl/index.html
Interessant. Meine Bedenken werden im Stichwort "two-tier society" auch aufgegriffen. Glaube das wäre eine echte Zerreißprobe.
Ich finde das Video auch ebenso gut wie frustrierend. Etwas zu kurz kommt mir der Hoffnungsschimmer, dass ein verlässlicher Antikörper-Test eben auch das Containment erleichtert, weil man die immunen Leute früher "freilassen" kann. Aber da muss man erstmal hinkommen und eine solche "Selektion" ist in unserer freiheitlichen Gesellschaft eigentlich auch kaum durchführbar.
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Solch eine Selektion sehe ich auch sehr kritisch, weil es zu großem Unfrieden in der Gesellschaft führen würde.
Wir müssen jetzt die nächsten Wochen einfach abwarten und dann muss die Situation von der Politik und den Experten neu diskutiert werden. Dann wird man dann das gesamtheitlich am wenigsten schlechte Szenario auswählen müssen. ![]()
22 Minuten, die sich leider lohnen:
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Sensationell guter und leider auch sensationell frustrierender Clip.
Das einzige wo ich nicht unbedingt zustimme ist, dass meiner Meinung nach nicht hinreichend herauskommt, dass die Datenlage doch noch recht diffus ist, insbesondere was die Dunkelziffer angeht und das kann einen Rieseneinfluss auf die Modellierungen haben.
Aber sie beschreibt die Wichtigkeit der R0 Zahl sehr, sehr gut. Daher schaue ich immer gebannt auf die täglichen Zahlen und erhoffe mir irgendwie, dass auch die absoluten Zahlen abnehmen und damit R0 unter 1 sinkt.
Und selbst dann dauert es lange, um wieder in die Containment Phase zu kommen. Bei R0=0,5 hat sie einen Wert von 56 Tagen berechnet, der zurück in die Containment Phase führen könnte. Ich fürchte nur 0,5 ist in einem westlichen Land völlig unrealistisch. Man sieht jetzt gerade in Italien, dass die Todeszahlen im Trend leicht abnehmen, aber wenn dann aktuell eher um 10% und nicht um 50% (und deren Lockdown ist wesentlich schärfer). Vielleicht und hoffentlich beschleunigt sich dieser Trend ja. ![]()
Und vom Gefühl her denke ich jede Lockerung der Maßnahmen würde wohl wieder zu R0>1 führen und damit zu exponentiellem Wachstum.
D.h. wir müssen zurück in die Containment Phase und dazu müssen wir zwingend wissen, wie hoch R0 ist. Wenn wirklich R0=0,5 erreichbar ist, dann klingen die von ihr beschriebenen 2 Monate scheiße aber machbar. Wenn R0=0,9 dann wären das nach meiner mathematischen Überlegung der 6.5 fache Zeitraum im jetzigen Modus, also mehr als ein Jahr. Das wäre kaum durchzuhalten. Echt zum Verzweifeln. (Edit: Bei R0=0,7 wären es 4 Monate)
Meine größte Hoffnung aktuell ist, dass die Antikörperstudien doch schon eine höhere Ausbreitung und damit eine geringere Gefährlichkeit des Virus anzeigen, weil R0=0,5 kann ich mir in westllichen Ländern nur schwer vorstellen. Ich lasse mich aber sehr gerne vom Gegenteil überzeugen.
das war das mit diesen Kontertoren, richtig?
Das 3:2 kurz vor Schluss war von Anfang bis Ende der perfekte Konter. Bildschön.
Im Nachhinein bist Du immer schlauer. Wenns vorbei ist bereiten wir uns auf einen Virus vor und dann passiert etwas ganz anderes.
Ich hoffe doch stark, dass man bzw.die Forschung und Politik schon in den nächsten 1-2 Monaten wesentlich schlauer sein wird, damit solche Diskussionen und Abwägungen überhaupt Sinn machen ohne eine irrsinnig große Bandbreite an möglichen Szenarien zu riskieren.
Der letzte Absatz ist ein utilitaristischer Ansatz, der für mich durchaus zentral ist:
Das mag auch damit zu tun haben, dass wir es uns abgewöhnt haben, über Kosten und Nutzen offen zu sprechen. Der Mathematikunterricht nimmt hier seine staatsbürgerschaftliche Verantwortung nicht wahr. Dort wird nicht darüber informiert, dass auch in normalen Zeiten Tote administrativ immerfort monetarisiert werden. Bei jedem Straßenbauprojekt werden Verkehre in Tote und Verletzte umgerechnet, und die verrechnet man mit dem erwarteten Nutzen der Maßnahme. Das ist zynisch, aber sinnvoll – es verhindert nämlich allzu sinnlose Projekte. In Krisensituationen sollte man im Krisenstab ein paar Personen einbeziehen, die auch unter Druck in Kosten-Nutzen-Kategorien denken können: Wie viele (echte) Tote verhindert man, wenn die Friseure geschlossen bleiben – und was kostet das?
Ebenso wird nach Corona darüber zu sprechen sein, ob es langfristig nicht billiger ist, ein paar mehr Intensivbetten vorzuhalten, als aus Angst vor kollabierenden Krankenhäusern lahmzulegen, und ob es langfristig nicht doch preiswerter ist, Krankenhäuser staatlich zu betreiben. Es darf wieder gerechnet werden.
Ich denke irgendwie widerstrebt vielen Menschen diese Kosten / Nutzen Analyse, aber es ist meiner Meinung nach unumgänglich, diese sehr schwierige Diskussion zu führen, sobald die Datenlage etwas klarer ist.
Diese globale Sicht ändert sich sofort, sobald es einen eigenen Familienangehörigen trifft. Kurzsichtig, aber wohl leider wahr.
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Wobei das für jede Krankheit oder jeden Schicksalsschlag gilt, wenn es einen selber oder die eigene Familie betrifft.
Abwägungen muss man als Gesellschaft immer treffen, bloß momentan fällt diese Abwägung in meinen Augen bezogen auf Corona relativ eindeutig aus.
Schöner Fred.
Ich poste hier mal mein Lieblingstor, einfach subjektiv wegen der Mischung aus Moment und purer Ästhetik. Immer wenn ich dieses Tor sehe, dann überkommt mich eine echte Freude und Begeisterung. Es ist ein Holländer. ![]()
https://www.spiegel.de/wissenschaft/m…33-06a224cc9250
... lesenswert
Sehr interessant. Wird sehr klar, warum man momentan einfach damit klar kommen muss, dass die Lage noch sehr diffus ist und man sich daher einfach gedulden muss bzgl. Aussagen zum ethisch vertretbaren Zeitpunkt von möglichen Exitszenarien, auch wenn gerade diese zeitliche Unsicherheit und Unklarheit für viele, inkl. mir selber, mental schwierig ist.
Aber eine verbesserte Datenlage ist ja in Sicht (Antikörpertests etc.)
noch viel zu lernen du hast
p.s. hab selbst keine ahnung warum, hab aber den satz schon lange nicht verwendet, musste einfach mal
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Es ist natürlich wie immer Quatsch, aber ich habe Dir diesen Satz noch nie so gegönnt wie jetzt.
Whatever it takes.
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...aber auch alles sehr hypotetisch
Ich hatte heute Morgen schon auf einen anderen Link verwiesen mit gleichem Inhalt. Kann jemand erklären warum in dieser Simulation "nur" 6% der Bevölkerung nach der Ansteckungswelle als erkrankt gemeldet sein sollen? ![]()
War grad sehr verwirrt. Im Artikel steht's aber richtig rum. Kann passieren
Danke für den Hinweis. Habe es oben korrigiert. ![]()
Gerade diesen Link gelesen, der sich für mich wesentlich weniger dramatisch liest als so manch andere Studie, immer mit dem Verweis, dass noch vieles im (wissenschaftlichen) Dunkeln liegt:
https://www.swr.de/swraktuell/rhe…a-ende-100.html
Ich verstehe zwar nicht, warum nur 6% der Bevölkerung (symptomatisch) betroffen sein soll, aber diese Annahme wird auch ihre Gründe haben. Vielleicht Dunkelziffer und asymptomatische Fälle doch höher? Oder wellenartiger Verlauf der Epidemie? ![]()
Interessant auch zum Stichwort "Abwägungen": Bei Beibehaltung der strikten Einschränkungen für weitere zwei Monate wird von einem Spitzenwert an gleichzeitig Infizierten von 1,2 Millionen ausgegangen, bei Aufhebung von 1,3 Millionen. Wäre dieser recht kleine Unterschied es wert, das Land weiter still zu legen?
Ich weiß es nicht, vor allem weil dies nach jetzigem Stand bestimmt nur eines von vielen möglichen Szenarien ist. Verstehen tue ich es, wie gesagt, eh nicht. Aber "kaufen" würde ich es trotzdem. ![]()
Was ist das denn bitte für ein polemischer und unsachlicher Artikel?
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Obwohl der Autor so extrem neunmalklug daher kommt, konnte ich jetzt nicht vernehmen, welchen Ausweg aus dem Dilemma er denn in seiner Omniszienz parat hat
Also ich fand den uns im Artikel vorgehaltenen wortwörtlichen "Spiegel", dass wir als Gesellschaft und als Individuen implizit tagtäglich eine Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen auf der einen und Leben auf der anderen Seite vornehmen, durchaus treffend (ohne, dass ich darüber jetzt werten will).
Ich glaub , das habe ich nie gesagt
, also zumindest nicht das mit den Medikamenten .
Ich habe gesagt oder geschrieben , daß eine wirksame Immunisierung ohne Impfstoff unter den jetzigen Gegebenheiten noch lange dauern wird und deshalb man auch über andere Wege nachdenken sollte.
Ich denke sogar , daß in 2 Monaten schon Maca die ersten Pillen verhökern kann . Ich hoffe es zumindest. Dann ist erstmal Dampf aus dem Kessel .
Mag sein und Du hast hoffentlich Recht: Medikamente sollten früher verfügbar sein, das ist auch mein Verständnis. Gerne auch schon in zwei Monaten. ![]()
Also 1-1,5 Jahre kann ich mir das auch nicht vorstellen. Aber das andere Extrem ist nach 2 Wochen Kontaktsperre jetzt schon über Langzeitfolgen für die armen Kinder zu sprechen.
Mal ganz stumpf: Wenn man 6 Wochen Sommerferien machen kann, kann es wohl nach 2 Wochen auch noch keine nachhaltigen Folgen haben.Ich glaube es kann nur um dieses Schuljahr gehen. Was macht man bis zu den Sommerferien? Danach muss es in jedem Fall wieder anlaufen.
Bis Juni würde ich es aber durchaus in Erwägung ziehen, die Kitas und Schulen geschlossen zu lassen. Anders gesagt: Sonst kannste auch die Restaurants und Geschäfte alle wieder öffnen, denn es multipliziert nichts besser als eine Schule oder eine Kita.
Was die Zeiträume angeht, stimme ich Dir zu bzw. habe ich auch gar nicht etwas anderes gesagt. Mein Punkt ist und war nur, dass man sich schon jetzt mit solchen Szenarien auseinandersetzen muss, denn bis zum Ende der Sommerferien sind es noch 5 Monate. Das ist dann schon ein sehr großer Zeitraum.
Und es ist leider wie Germüse sagt, die Wahrscheinlichkeit, dass wir in 5 Monaten Medikamente oder Impfstoffe haben ist nicht allzu groß.
Im Moment Zeit kaufen ist absolut richtig, aber Exitstrategien zu entwerfen für die verschiedensten Szenarien sicherlich genauso.
Aber um mal wieder ernsthaft zu werden: die Gretchenfrage ist doch, können wir Schulen oder auch andere Einrichtungen geschlossen lassen, bis ein Impfstoff oder Medikamente in ausreichender Menge vorhanden sind? D.h. evtl 1-1,5 Jahre??? Ich kann es mir nicht vorstellen.
Also werden wir über abgestufte Ansätze nachdenken müssen. Bezogen auf die Schulen:
- Geteilte Klassen?
- nur jüngere Lehrkräfte?
- eine begrenzte Zahl an Tagen?
- Trennung der Klassen in den Pausen
- nur in Gebieten, in denen wir uns nicht in einer exponentiellen Phase des Ausbruchs befinden?
- usw.
Keine Ahnung wie realistisch das ist, aber ein Lockdown über mehr als einige Monate erscheint mir auch nicht realistisch.
Alles äußerst schwierig...
Ganz sicher nicht - Problem würden in deinem Fall wohl eher die Eltern bekommen
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Das liegst Du vollkommen falsch, die Probleme liegen schon nach kurzer Zeit vor. ![]()
Ich tippe ganz stark auf "nichts" sind ja nun nicht im Gefängnis und dürfen nicht ans Tageslicht
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Ne,habe ich ja auch nicht geschrieben. Du glaubst, dass es keine Auswirkungen hat, wenn Kinder einen langen Zeitraum nur Ihre Eltern sehen? ![]()
Und zur Klarstellung: ich spreche hier nicht über Wochen oder von mir aus auch 2-3 Monate.
Andererseits ist die Behauptung von JR auch nicht zu halten, dass Kinder, Lehrer und Erzieher es „sicher überstehen“ würden.
Das ist natürlich in der Absolutheit nicht richtig, dass es alle sicher überstehen, aber bis zu einer gewissen Altersgruppe sind die Verläufe nach bisheriger Kenntnis fast immer mild bis sehr mild, so dass man das unbedingt in Abwägungen berücksichtigen muss.
Und diese Abwägungen, das schreibst Du ja selber, kommen auf uns zu. ![]()
P.S.: Ich habe übrigens keine Ahnung was es mit Kindern langfristig macht, wenn sie monatelang keine sozialen Kontakte haben. Auch das unter dem Stichwort Abwägungen.