Zurück zum Thema. Gerade auf der FB-Seite von Boris Palmer (OB Tübingen/Die Grünen) gefunden:
"@welchen Lockdown hatten wir im August?
Die Delta-Welle ist gebrochen. Wie kann das sein? Welche Maßnahmen sind dafür verantwortlich? Die Impfkampagne hat im August nur noch langsame Fortschritte gemacht. Neue Kontaktbeschränkungen gab es nicht. Im Gegenteil, die Schulferien gingen in vielen Ländern zu Ende, die Kontakte dort sind dramatisch gestiegen.
Hätte es beim Erreichen Schwellenwerts 50 wieder Maßnahmen gegeben, würde nun deren Erfolg gefeiert. Vielleicht ist es an der Zeit, sich mit den Wissenschaftlern zu beschäftigen, die den Lockdownmaßnahmen jenseits von Masken, Abstand halten und Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen unterlassen nur ein geringe Bedeutung zugemessen haben? Ioannidis und die LMU zum Beispiel haben dazu Studien vorgelegt, die bei uns wenig beachtet werden und von Karl Lauterbach nicht zitiert.
Der Novemberlockdown (Gastronomie und Kultur) und die Bundesnotbremse wurden nachweislich erst einige Tage NACH dem Scheitelpunkt der jeweiligen Welle aktiviert. Trotzdem wurde konsequent behauptet, der Rückgang der Infektionszahlen sei den Maßnahmen zu verdanken. Erwiesen ist das nicht. Viel eher muss man sagen, dass es recht unwahrscheinlich ist, dass der R-Wert jeweils vor dem Inkrafttreten der Schutzmaßnahmen deutlich abgesunken ist. Im November 2020 lag er wieder bei 1, bevor die Maßnahmen greifen konnten, im April unterschritt er die 1 gerade und bekanntlich ging es dann weit bergab. Auch in den Kreisen, in denen die Notbremse nie gegriffen hat.
Die OECD hat uns gerade bescheinigt, dass wir die Schulen weit überdurchschnittlich lange geschlossen haben. Mit den entsprechenden Folgen für Bildung und Entwicklung der Kinder. Wäre es nicht mal an der Zeit, sich zu fragen, ob die Maßnahmen angemessen und risikodifferenziert genug waren?
Stattdessen warnt Karl Lauterbach wie immer vor der nächsten düsteren Entwicklung und Christian Drosten wiederholt die Warnungen vor unglaublichen Infektionszahlen, die er schon im März gemacht hat und die damals um den Faktor 100 falsch waren. Gefordert werden 10-30% weniger Kontakte. Immer noch Lockdown?
Corona ist eine ernste Krankheit und jeder, der darf sollte sich impfen lassen. Aber die Wahrnehmung des Corona-Risikos ist dramatisch verschoben durch einen Daueralarmisus. Das hat zu überzogenen Maßnahmen geführt, enorme Kosten produziert, nicht nur finanzielle, sondern soziale, und mindestens gleich große Gefahren anderer Art in den Hintergrund gerückt. Was hätten wir mit 400 Milliarden Euro alles für den Klimaschutz erreichen können?"
Ich denke er stellt hier durchaus die richtigen Fragen.