England: Star-Coach sondiert Angebote
Mourinho bereit für Abschied
Der Abschied des portugiesischen Erfolgstrainers José Mourinho vom englischen Meister FC Chelsea rückt immer näher. Nach Angaben der Boulevardzeitung "The Sun" ist ein Ende des "Blues"-Kapitels in Mourinhos Laufbahn bereits beschlossene Sache ("He's off"), der seriösere "Independent" schreibt am Freitag davon, dass der Trainer bereit sei zu gehen und bereits Angebote sondiere.
Beklagt fehlenden Rückhalt von Seiten der Vereinsführung: Chelseas Coach José Mourinho.
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So hätte, so die Zeitung am Freitag in ihrer Online-Ausgabe, Mourinho seinen Agenten Jorge Mendes damit beauftragt, sich die Offerten interessierter Klubs anzuhören. Offenbar steht Inter Mailand auf der Liste ganz oben. Klubchef Massimo Moratti soll bereits ein Jahresgehalt von rund 7,8 Millionen Euro geboten haben. Ebenso sei Real Madrid an den Diensten des früheren Porto-Trainers interessiert.
Mourinho steckt seit einiger Zeit im Zwist mit der Klubführung des FC Chelsea. Nach zwei Meistertiteln scheint in dieser Saison der aktuelle Spitzenreiter der Premier League, Manchester United, zu enteilen. Verletzungssorgen in der Abwehr führten in den vergangenen Wochen zu einigen Rückschlägen, zuletzt einem 1:1 im Ligapokal beim Viertligisten Wycombe Wanderers. Die Defensive war nach dem Abschied von William Gallas (Arsenal, für ihn kam im Gegenzug freilich Verteidiger Ashley Cole) und Robert Huth (Middlesbrough) in der Startphase der Saison ohnehin quantitativ und qualitativ nicht mehr allzu gut bestückt. Später kamen die Verletzungen von Kapitän John Terry und Stammkeeper Petr Cech noch erschwerend hinzu.
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Mourinho attackierte die Vereinsführung um Peter Kenyon, weil sie die von ihm geforderten Neuverpflichtungen in der noch bis Ende Januar laufenden Transfer-Periode bislang kategorisch ablehnt. Besonders in der Kritik steht der deutsche Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack, der nach wiederholt schwacher Leistung von der britischen Presse einmal mehr mit Hohn und Spott überzogen wurde.
Während Mourinho über Ballack stets seine schützende Hand legte und die Aufstellung des Ex-Münchners verteidigte, bekommt Torjäger Andrej Shevchenko, ein Freund des Klubpräsidenten Roman Abramovich, nun die Kritik des Trainers ab. Angeblich soll Mourinho über den Ukrainer am Donnerstag gesagt haben, dass er glaube, der Spieler "ist nur gekommen, um Urlaub zu machen." Aus dem "Abramovich-Lager" wurden derweil Stimmen laut, dass der Trainer auf Grund des von ihm gewählten Spielsystems für die schlechte Form Shevchenkos verantwortlich sei. Abramovich hatte sogar den Wunsch geäußert, einen persönlichen Motivationstrainer für "Sheva" zu engagieren, Mourinho lehnte dies ab.
Verhärtete Fronten also rund um die Stamford Bridge. Und nach dem jetzigen Stand der Dinge heißt der Trainer des FC Chelsea in der kommenden Saison nicht mehr José Mourinho.
Quelle: kicker.de