Arzt steckt angeblich 200 Patienten an.
Express von heute
- Kopfschütteln in Hannover und Vechta: Ein offenbar an Corona erkrankter Arzt steckt in seiner Praxis 200 Patienten an. Auch die britische Corona-Variante sorgt für Alarm im Kreishaus; die Behörde fährt die Testungen dramatisch hoch. Dass der Corona-Ausbruch auch auf den erkrankten Arzt zurückgeht, ist auch die Einschätzung des niedersächsischen Krisenstabs. „Da hat ein Hausarzt weiter behandelt, obwohl er Symptome hatte“, sagte Krisenstabsleiter Heiger Scholz am Donnerstag (11. Februar) im Gesundheitsausschuss des Landtags. Das Gesundheitsamt untersuche derzeit mehr als 200 Patienten, die der Arzt in dieser Zeit noch betreut habe. Scholz sprach von einem besonders peinlichen Fall: „Da fällt einem nicht mehr viel zu ein.“ Am Mittwoch war der Sieben-Tages-Wert in dem Landkreis wieder über die 200er-Marke gesprungen und lag am Donnerstag bei 183,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.
Ein Sprecher des Landkreises Vechta bestätigte den Fall. Es handele sich um eine Praxis, die bereits Ende Januar aufgrund des Vorfalles wegen hygienischer Mängel vorübergehend geschlossen worden war, inzwischen aber wieder geöffnet habe. Medienberichten zufolge hatte der Hausarzt zumindest teilweise bei seiner Arbeit in der Praxis keine Maske getragen. Der Sprecher der Landesärztekammer, Thomas Spieker, kritisierte die Verweigerung von Masken bei Ärzten. „Ein Arzt gefährdet damit die Gesundheit nicht nur seiner Patienten – sondern auch seine eigene“, sagte er. Eine Arztpraxis sei kein Ort für politische Agitation.