Der "Hosenzupfer" von Albert Streit bleibt ohne Folgen. Das DFB-Sportgericht hat den Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt am Mittwoch freigesprochen. Die entlastende Aussage kam ausgerechnet von Widersacher Thimothee Atouba.
Der Kameruner gab zu Protokoll, Streit habe im Spiel am vergangenen Samstag gegen den Hamburger SV in der 9. Minute nur an seiner Sporthose gerissen, ihn aber nicht in die Genitalien gegriffen. Während der DFB damit das Verfahren gegen den Frankfurter einstellte, ging es für Atouba weniger glimpflich aus. Wegen des folgenden Ellenbogenchecks gegen Streit muss der Hamburger Abwehrspieler vier Spiele pausieren. Der DFB entschied im schriftlichen Verfahren und sagte damit die ursprünglich für Donnerstag angesetzte mündliche Verhandlung ab.
Erleichterung bei Funkel
Erleichterung und Genugtuung herrschte nach dem Urteil im Frankfurter Lager. "Wir fühlen uns bestätigt. Es lag überhaupt kein Grund vor, gegen Streit zu ermitteln, weil der Schiedsrichter in der Situation auf Freistoß für den HSV entschieden hat", sagte der Trainer Funkel. Es handelte sich demnach um eine Tatsachenentscheidung des Unparteiischen, die nicht nachträglich bestraft werden darf.
Die Eintracht hatte zuvor dem DFB im Falle einer Bestrafung von Streit sogar mit dem Gang zur höchsten Instanz gedroht. "Vor dem Weltfußballverband FIFA hätte eine Sperre gegen Streit sicher keinen Bestand. Ich bin selten sicher, in diesem Fall schon", hatte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen vor der Entscheidung in der DFB-Zentrale erklärt.
Freispruch: Keine Sperre für Albert Streit | Sport | hr