Neues von unseren Freunden von Pegida und afd
Der Redaktionsleiter der Rheinischen Post Düsseldorf bei Twitter zu einem Artikel, der heute erscheint:
Ein junger Mann aus einer Stadt am Niederrhein hat uns geschrieben. Er
möchte, dass wir seinen Namen aus einem Artikel bei @rponline löschen.
Der Grund: Vor ein paar Jahren hat er Abi gemacht, unsere Lokalausgabe
hat damals – wie üblich – die komplette Stufe namentlich vorgestellt und
ihr zum Abschluss gratuliert, der Artikel ist auch online nachzulesen.
„Dadurch, dass mein Name auf Ihrer Website erschienen ist, bekomme ich
ständig Hass-Botschaften und persönlich angreifende Nachrichten von
Rechtsradikalen wie Pegida und AfD“, schreibt uns jetzt der junge Mann.
„Der Grund dafür ist, dass in diesem Jahr viele SchülerInnen mit
Migrationshintergrund das Abitur absolviert haben.“
Der Abiturient hat uns Links als Beleg angefügt. Ein Pegida-Verband hat
zB die komplette Namensliste des Jahrgangs von unserer Seite kopiert und
bei Facebook geteilt. Es sind viele Namen, die nicht besonders deutsch
klingen – auch der des Mail-Schreibers ist dabei.
„In 30 Jahren gibt es das Deutschland was wir kennen nicht mehr“, heißt es in den Kommentaren dazu.
„Als Vater würde ich mich dafür einsetzen, dass mein Sohn nicht auf so eine Türkenschule geht“, schreibt einer.
Ein anderer schimpft über „Merkels verbrecherische Politkaste“.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Junge Menschen mit
Migrationsgeschichte machen bei uns in der Region Abitur, sind
integriert & gut ausgebildet, bereit für Studium und Arbeitsmarkt.
Das ist offenbar so ein untragbarer Vorgang für Rassisten, dass sie im
Netz die Kontaktdaten dieser Abiturienten ausfindig machen und sie mit
Hassbotschaften stalken. Weil sie Hamit und Ayse heißen und nicht Jonas
oder Sophie. Ich könnte kotzen vor Wut. Ein Artikel darüber, dass man
sein Abi geschafft hat, sollte Anlass zur Freude sein; etwas worauf man
stolz ist. Wir haben den Namen des jungen Mannes jetzt aus dem Beitrag
getilgt, um ihn aus der Schusslinie zu nehmen. Es ist so bitter, dass
das heute in Deutschland nötig ist.