Alles anzeigenJaksche gesteht Doping
Der Ansbacher Radprofi wird ein umfassendes Geständnis ablegen. Außerdem will er als Kronzeuge auch Hintermänner des Betrugssystems nennen.Der Ansbacher Radprofi Jörg Jaksche wird in einem am Montag erscheinenden Interview des Hamburger Nachrichtenmagazins Der Spiegel ein umfassendes Dopinggeständnis ablegen und sich danach als Kronzeuge den Behörden und den Sportgerichten zur Verfügung stellen. Dies bestätigte sein Anwalt Michael Lehner dem sid.
Sein Mandant werde nicht wie die geständigen früheren Telekom-Fahrer "nur eigene Vergehen zugeben, sondern umfassend zur Aufklärung der Szene und ihrer Hintermänner beitragen", sagte Lehner. Jaksche gehe davon aus, dass er die Kronzeugen-Regel der Welt-Antidoping-Agentur WADA in Anspruch nehmen und deshalb auf Minderung der zweijährigen Regelsperre hoffen könne.
Der 30-Jährige Franke wollte sich auf sid-Anfrage zum Inhalt seiner Aussagen nicht äußern. Jaksche war vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) am Donnerstag von der Startliste der Deutschen Straßen-Meisterschaften am Sonntag in Wiesbaden gestrichen worden. Er war erst Mitte April vom italienisch-russischen Team Tinkoff Credit Systems unter Vertrag genommen worden.
Jaksche war in den Akten der spanischen Dopingaffäre "Operacion Puerto" schwer belastet worden. Er stand mit einem Codenamen unter anderem auf der Liste der "Konsumenten des Blutdoping-Programms", wie auch Jan Ullrich und der Italiener Ivan Basso. Außerdem wurden Blutbeutel mit der Aufschrift "Bella Jorg" beim Madrider Dopingarzt Eufemiano Fuentes sichergestellt.
Ich hab mal die naive Hoffnung, dass am Montag tatsächlich was brauchbares im Spiegel steht und dann das ganze System Doping im Radsport ex(oder im-)plodiert, lassen wir uns überraschen