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Bundesliga - Franz: "Ich ändere mein Spiel nicht"
Eurosport - Do 28.Feb. 12:59:00 2008Kaum ein anderer Bundesliga-Spieler erregte die Gemüter zuletzt so stark wie "Bad-Boy" Maik Franz vom Karlsruher SC. eurosport.yahoo.de sprach exklusiv mit dem von Mario Gomez als "*********" bezeichneten Abwehrspieler.
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Herr Franz, hinter Ihnen liegen turbulente Tage. Kaum fiel das Wort Rüpel, war auch Ihr Name zu hören. Wie gehen Sie damit um?Maik Franz: Ja, es ging schon heiß her. Letztlich kann ich das aber nicht ganz nachvollziehen. Wir haben jetzt 21 Spiele gespielt und ich habe fünf Gelbe Karten auf meinem Konto - da hat manch anderer Offensivspieler schon mehr.
Trotzdem hat Sie Stuttgarts Mario Gomez auf Grund Ihrer - nennen wir es mal - harten Gangart nach dem Derby als "*********" bezeichnet...
Franz: Ich kann das Geschehen auf dem Platz und neben dem Platz sehr gut trennen. In einem Derby geht es immer zur Sache! Das muss es auch. Wir wollen dem Gegner nichts schenken. Wir sind hier schließlich nicht beim Hallen-Halma. Logisch, als ich mir die Szenen nochmal angeschaut habe, habe ich mir auch gedacht: Das war grenzwertig - ups, au! Aber es war ein Geben und Nehmen, auch Mario hat ausgeteilt.
Mario Gomez hat sich danach entschuldigt für die verbale Entgleisung. Haben Sie nochmal mit ihm gesprochen?
Franz: Nein. Für mich war das auch schon direkt nach dem Spiel wieder abgehakt. Es ist ihm eben rausgerutscht. Das passiert. Ich bin da nicht nachtragend. Was gar nicht geht, ist, dass Stuttgarts Trainer Armin Veh meine Erziehung und damit auch Familie in Frage stellt, was er getan hat. Das ist für mich unterstes Niveau. Da reagiere ich allergisch.
Hat er denn Recht?
Franz: Natürlich nicht. Ich hatte eine gute Erziehung, bei der sich meine Eltern sehr viel Mühe gegeben haben. Und jeder in meinem persönlichen Umfeld wird bestätigen, dass ich ein positiver und vernünftiger Typ bin. Auf dem Platz, das gebe ich zu, ist das eine andere Schiene.
Lernen Sie eigentlich aus Ihren Fehlern?
Franz: Man lernt ja immer. Ich habe in den letzten sieben Jahren fünf Platzverweise kassiert und viel Lehrgeld bezahlt. Seit zweieinhalb Jahren bin ich jetzt nicht mehr vom Platz geflogen. Das sagt doch etwas aus.
In der letzten Saison hatten Sie in der 2. Liga 14 Gelbe Karten. Was sagt das aus?
Franz: Es sagt aus, dass ich zwar hart spiele, aber auch weiß, wo die Grenze ist. Jede Mannschaft hat einige aggressive Spieler in ihren Reihen. Da kann man hinschauen, wo man will. Beim KSC gehöre ich dazu, aber dazu stehe ich auch.
Wie würden Sie Ihre Spielweise beschreiben?
Franz: Aggressiv und zweikampfbetont. Ich bin Verteidiger und will unbedingt gewinnen. Ich gehe immer ans Limit. Wenn ich mal darüber hinaus schießen sollte, dann ist das keine Absicht und es tut mir Leid. Wie soll ich einem Weltklasse-Stürmer wie Luca Toni den Ball abjagen, wenn ich nicht über den Zweikampf gehe? Ich kann ihn ihm ja schlecht wegzaubern.
Gelbe Karten sind das eine, Flüche und Beschimpfungen das andere: Gehören Letztere aber auch einfach zum Fußball dazu?
Franz: Ja, das ist weitgehend normal. Das ist in der Bundesliga so wie in unteren Klassen. Aber eines ist wichtig: Nach dem Spiel ist alles wieder vorbei. Ein Beispiel: Ich habe mit Mike Hanke in Wolfsburg zusammengespielt, wir sind gute Freunde. Beim letzten Aufeinandertreffen auf dem Platz haben wir uns fast die Köpfe eingeschlagen. Danach haben wir uns wieder umarmt. So verrückt ist das manchmal.
Mögen Sie das Image des "Bad-Boys"?
Franz: Nee, nicht wirklich. Weil es privat einfach nicht zutrifft. Jetzt stecke ich nun mal in dieser Schublade, und es ist schwer da wieder rauszukommen. Ich kann aber mit dem Image, was den Fußball betrifft, leben.
Sportlich haben Sie so auch Erfolg. Sie haben Ihren Vertrag in Karlsruhe frisch bis 2011 verlängert. Am Samstag treffen Sie auf Ihren Ex-Klub Wolfsburg. Gehen Sie mit den ehemaligen Kollegen sanfter um?
Franz: Sanfter auf gar keinen Fall! Ich werde mein Spiel nicht umstellen. Ich werde so weiterspielen wie bisher, denn dadurch sind der KSC und ich erfolgreich.
Quelle: eurosport.de