Führerschein hatten wir gerade gemacht. Einen uralten gebrauchten Porsche hatte mein Freubd von seinem Vater bekommen. Die Karten hatte ich besorgt, so ca 10-12 Mark für einen Stehplatz. Übernachtung kostete auch so um die 6 Mark, mit dem Zelt auf dem Campingplatz Thalkirchen.
Wir schrieben den 17. Juni 1988. Tag der deutschen Einheit. (Remember?). Die Mauer stand damals noch, die DDR war in ihrer letzten Blüte.
Der letzte Spieltag der Gruppenphase der EM stand auf dem Plan. Wie vier Jahre zuvor ging es gegen Spanien, und wie vier Jahre zuvor reichte ein Unentschieden zum Weiterkommen. Das 0:1 vom Prinzenpark steckte damals noch in den Knochen. 90. Minute, Flanke von rechts, Wolfgang Rolff zieht den Kopf ein, Kopfball von Macedonia, Heimreise.
Rudi Völler war alles andere als unumstritten. Nach seinen schweren Verletzungen war er nicht wieder der alte. Die Tore im Turnier hatten bisher andere erzielt: Andreas Brehme, der immer nur wichtige Tore erzielte. Dann die jungen Kerle, Jürgen Klinsmann und Olaf Thon. Rudi?
Am Ende des Abends bejubelten wir den letzten Pflichtspielsieg einer deutschen Mannschaft gegen Spanien. Nach zwei Toren war ein neues Lied geboren: „es gibt nur ein‘ Rudi Völler.“
Am nächsten Tag trafen wir beim Campingplatz Thalkirchen Dieter Hoeneß, der mit Golfschlägern unterwegs war.
34 Jahre, 5 Monate, 10 Tage. Tag der deutschen Einheit. Der letzte Pflichspielsieg einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft (m) gegen Spanien. Bis heute.