Alles anzeigenIn Ergänzung zum hervorragenden Eröffnungsbeitrag von Gazelle noch ein zwei Hinweise von mir.
Hausärzte machen häufig nur ein einfaches Blutbild, da muss man teilweise ganz gezielt ansprechen welche Werte man haben möchte. Achtet da bitte drauf. Es ist wichtig.
Was ihr sonst noch tun könnt:
Ermittelt, ob es in eurer Familie Fälle für ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall oder Herzerkrankungen gab. Wenn ja, würde ich das dementsprechend berücksichtigen und auch den Besuch bei einem Kardiologen empfehlen zur gezielten Untersuchung.
Dann ganz wichtig:
Fragt nach, ob einer aus eurer Familie bereits einmal eine Thrombose hatte. Falls ja, ganz wichtig geht, bitte zum Gerinnungsarzt. Der macht ein großes Blutbild mit ganz vielen wichtigen Markern und kann auch die genetische Disposition bei euch erkennen.Das bedeutet, ob ihr von euren Eltern ein erhöhtes Risiko geerbt habt an Thrombose zu erkranken. Dort gibt es den sogenannten homozygoten und heterozygoten Faktor V. Leiden Wert. Wenn ihr aufgrund genetischer Disposition ein erhöhtes Thromboserisiko habt, hört bitte häufiger genau in euren Körper rein und wenn euch etwas auffällt was nicht normal ist, geht bitte SOFORT zum Arzt und ganz wichtig:
Lasst euch vom Arzt nicht abspeisen. Ihr habt ein besseres Gefühl für euren Körper.
Ich weiß, wovon ich spreche. Ich hatte diesen Sommer von jetzt auf gleich ohne nähere Ursache einen ganz dick geschwollenen fuß, der mit der Zeit immer schlechter anstelle besser geworden ist. Daraufhin war ich mehrfach beim Arzt. Habe sogar das Stichwort Thrombose Risiko genannt, wurde vom Arzt dabei immer wieder weggeschickt. Das wäre doch nicht schlimmes. Bei meinem vierten Arztbesuch kam ich dann ins Krankenhaus wegen meinem Verdacht, obwohl es die ersten drei Male vom Arzt übersehen worden ist. Glück im Unglück.Ich kam (gerade) noch rechtzeitig und kann nun medikamentös dagegen vorgehen.
Ich empfehle euch auch die elektronische Patientenakte von eurer Krankenkasse auf eurem Handy zu nutzen und relevante gesundheitliche Daten mit all euren behandelnden Ärzten zu teilen. Das hilft auch um Gefahren zu minimieren.
Zu guter Letzt. Lebt das Leben und genießt es, die ganzen schönen Momente, die es uns bietet.
Ich sehe den Post gerade erst. Würde ihn gerade etwas einordnen. Die Risiken für Herzinfarkt/Schlaganfall (in den Arterien) auf der einen und Thrombose (in den Venen) auf der anderen Seite sind sehr unterschiedlich und haben (fast) nichts miteinander zu tun.
Zum Thema Herzinfarkt/Schlaganfall habe ich oben schon viel geschrieben.
Zum Thema Thrombose:
Ein genetische Abklärung macht nur Sinn wenn in der nahen Verwandschaft Thrombosen ohne äußeren Anlass (ein äußerer Anlass wäre zum Beispiel ein Bruch oder ein eingegipstes Bein) aufgetreten sind oder bereits ein genetische Disposition (z.B. Faktor V) bekannt ist. Sonst nicht! Wer plötzlich ein einseitig dickes Bein mit oder ohne Schmerzen hat muss dies umgehend abklären lassen. Ich rate hier dringend vom Besuch des Hausarztes oder einer Krankenhaus-Ambulanz ab. Die können eine Thrombose-Diagnostik mangels Erfahrung einfach nicht. Unbedingt zu einem Gefäßchirurgen, Angiologen oder Phlebologen gehen. Beim Stichwort „V.a. Thrombose/einseitig geschwollenes Bein“ schicken die euch nicht weg und ihr werdet irgendwann dazwischen geschoben. Wie immer bei Notfällen gilt: nicht noch nach der Arbeit kurz vor Praxisschluss kommen sondern morgens als erster (meist ist da auch noch eine „offene Sprechstunde“).
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