Dass Kobayashi noch keinen Weltcuppunkt geholt hat, wurde ja schon in einem Post richtig gestellt, bei Olympia 2018 wurde er übrigens im Einzel 7. und 10. Gar nicht so schlecht (Eisenbichler 9. und 14.
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Du hast dir die Erklärung ja schon gegeben - und damit möchte ich dir hier gar nicht zu nahe treten. Es gibt glaube ich kaum komplexere Sportarten wie Skispringen. Dass was die da in der Luft machen kann sich glaube ich niemand von uns erklären. Das ist wirklich eine Sportart von der du nur eine Ahnung hast, wenn du das selbst schonmal gemacht hat. Dieses "Gefühl" von dem die Springen oder kommentierenden Ex-Springer ist glaube ich wirklich nicht zu erklären, weil die da in der Luft ja wirklich spüren müssen von wo der Wind kommt, wo der Auftrieb ist und sich dementsprechend in den Wind stellen müssenDas fängt ja schonmal mit den enormen Geschwindigkeiten und Kräften, die auf den Körper einwirken an. Mit 90 bis über 100 km/h irgendwo runter zu springen ist enorm. Wenn die unten aufkommen sind die bei bis zu 130 km/h.
Ich finde Skispringen seit jeher extrem spannend, weil es so ein wahnsinnig anspruchsvoiller Sport ist, das hat auch was von Akrobatik. Ich meine mit nichts als zwei Skiern an den Füssen bis zu 250 Meter weit zu springen ist Wahnsinn.
Alsi ich noch in Freiburg gelebt habe (zunZeiten von Schmitt und Hannawald) war ich im Sommer öfters mal in Hinterzarten und hab denen beim trainieren zugeschaut - was übrigens extrem entspannt war von wegen Sicherheitsvorkehrungen etc., man konnte einfach an die Schanze und zuschauen und auch mit den Springern ein bisschen quatschen - und das beispielsweise auch in dem Sommer als das Team die Olympiade und Hannawald die Tournee gewonnen hatte, sehr sympathisch. Das Trainign war echt interessant zum zuschauen, die Springer sind wirklich absolute Bewegungstalente, die können wirklich alles- vom Spagat über Handstand hin zum Basketball oder Fussball. Da habe ich eine Ahnung bekommen, wie körperlich anspruchsvoll und komplex dieser Sport sein muss.
Dementsprechend gibt es eben - und das ist finde ich auch das Schöne an dem Sport - immer wieder neue Gesichter, die gute Springen und gewinnen, eben ein sehr gutes "Gefühl" haben, so wie jetzt Kobayashi und Eisenbichler. Beide waren vor der Saison sehr weit weg davon Tournee-Favoriten zu sein, schön aber, dass eben auch unbekanntere Springer immer wieder vorne landen können. Wie schwer es ist, dann auch wirklich vorne zu bleiben oder die Form wieder zu finden zeigen dann solche Ausnahmespringer wie bspw. Schlierenzauer, der mit 53. Weltcupsiegen Rekordhalter ist, aber seit 4 Jahren keinen Weltcup mehr gewinnen konnte und nach seiner Auszeit und der Verletzung nicht mehr an die alte Form anknüpfen kann
ich denke auch, dass es kaum eine komplexere Sportart gibt. Es kommt da auf viele Kleinigkeiten an und auch besonders auf die mentale Verfassung und das Selbstbewusstsein, die Sicherheit im Flug. Daher ist es so, dass jedes Jahr andere Springer sehr stark sind und einen Lauf haben, während die Leistungsträger der letzten Jahre nach ihrer Form suchen.
Vor diesen Milchgesichtern, die sich da die Schanze runterstürzen, kann man nur den Hut ziehen. Allergrößten Respekt.