Ich bin auch froh, dass Doll weg ist. Hinsichtlich des schlechten Saisonabschneidens könnte man ihm ja noch zu Gute halten, dass mit dieser Horror-Abwehr, die mit ca zehn verschiedenen Feldspielern und vier eingesetzten Keepern nahezu alle kombinatorischen Aufstellmöglichkeiten des Kaders nutzte um, gefühlte 47 vermeidbare Gegentore durch individuelle Fehler zu kassieren, auch jeder andere Trainer nichts hätte reißen können. Viel schlimmer erscheint in der Saisonreflexion die totale Selbstdemontage durch das Ankündigen von personellen Konsequenzen, die nie vollzogen wurden, die gebetsmühlenartigen Wiederholungen der immer gleichen Sinnlosphrasen, das Fehlen eines erkennbaren Spielsystems und daraus resultierend die Unfähigkeit der individuell durchaus gut bestückten Mannschaft gegen gleich starke oder schwächere Mannschaften selbst das Spiel zu machen.
Der absolute Hammer an der Sache ist natürlich, dass wohl jeder regelmäßige Besucher des Westfalenstadions spätestens kurz nach der Winterpause Doll am liebsten sofort zum Teufel jagen wollte, es aber nicht einmal bei einem Heimspiel wahrnehmbare "Doll-raus"-Rufe gegeben hat.
Können wir darauf stolz sein ![]()
Klopp ist in meinen Augen Doll viel zu ähnlich: so ein Gute-Laune-Power-Typ mit einem Repertoire an Standardsprüchen und einem viel zu großen Sendungsbedürfnis (Stichwort Kerner/Meier). Ist mir alles zu hampelig und unseriös und wird dann, wenn man es bei mehreren Vereinen macht, irgendwann unglaubwürdig.
Positiv laufend könnte Klopp durch seine Euphorie und Begeisterungsfähigkeit eine offensiv auftretende BVB-Mannschaft zurück an die Leistungsgrenze und in die Herzen der Fans pushen; aber daran fehlt mir der Glaube.
Allerdings halte ich Klopp für fachkundiger und sachverständiger als Doll und hoffe, dass die Mannschaft wenigstens so etwas wie ein bestimmtes System spielt und eine Handschrift des Trainers zu erkennen ist.