Es geht eben, auch wenn das keiner hören will, auch immer um eine Abwägung von gesundheitlichem zu wirtschaftlichem Schaden und um die Möglichkeit der Umsetzung.
Was du dir so vorstellst, von einem auf den anderen Tag alles dicht zu machen, funktioniert nun einmal nicht. Wir leben eben nicht in einer Diktatur, wo das möglich wäre, sondern in einem Rechtsstaat, in dem es dafür Verordnungen geben muss, wie das ganze abzulaufen hat und wer wie betroffen ist. Das dauert nun einmal.Ein kompletter deutschlandweiter Lockdown wäre Mitte letzter Woche überhaupt gar nicht durchsetzbar gewesen. Und wenn ich auf die Zahlen bei uns gucke, die seit Wochen knapp um 50 liegen, dann finde ich den auch auf unseren LK bezogen immer noch falsch.
Nur leider werden sich halt immer wieder Trottel finden, die nicht bereit sind solidarisch zu denken und zu handeln und wegen 5 Schrauben oder neuen Gelnägeln in einen anderen LK fahren....Für die Doofheit der Bevölkerung kann übrigens die Politik nichts, dafür sind die Trottel schon ganz alleine zuständig
Erstmal ich gebe dir vollkommen recht dass ein bundesweiter Lockdown nicht sinnvoll ist, sehe ich grundsätzlich auch jetzt noch so.
Und ja es muss eine Abwegung zwischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden geben.
Aber wenn ich Maßnahmen ergreife die zu erheblichen Schäden in den beiden Bereichen führen dann muss ich sie auch so ergreifen dass Sie konsequent und möglichst wirksam sind.
Für die Maßnahmen die ich treffe muss ich die Gesamtsituation bewerten und dazu gehört leider auch die Doofheit der Bevölkerung. Wenn ich das ausblende und denke die halten sich alle brav daran dann bewerte ich die Gesamtsituation als Politiker offensichtlich vollkommen falsch. Es gab die Situation ja bereits bei den Schließungen der Lokale in gleicher Form (nicht nur in Deutschland auch Frankreich z.B.)
Die Verankerung der Maßnahmen über Verordnungen sollte entsprechend wenig Schwierigkeiten da die Verordnung zum Teil schon im Einsatz sind bzw. waren und damit wäre eine Umsetzung zeitnah möglich gewesen. Sofern man es gewollt hätte und dafür keine 1,5 Wochen Vorlauf benötigt.
Was mich bei der ganzen Thematik nur furchtbar ärgert ist dass ich jetzt Situationen provoziere wo sich Menschenmengen unnötigerweise anhäufen die sich sonst verteilt hätten und das Ansteckungsrisiko viel geringer gewesen wäre.
Und dann schaut man sich die plötzlichen Meinungswechsel der Politiker an wie z.B. Weil in Niedersachen. Der einen Tag noch meint wir wollen keinen deutschlandweiten Lockdown sondern orientieren uns an den Zahlen in Niedersachsen um 1-2 Tage später sich hinzustellen und zu sagen der deutschlandweite Lockdown ist der einzige Weg obwohl sich die Zahlen nicht signifikant geändert haben.