Alles anzeigenKlar haben Familie und Kinder ihren Einfluss. Früher war Fußball mein Leben und jetzt isses halt im wahrsten Sinne des Wortes die wunderbarste Nebensache der Welt. Ich mag den Sport aber immer noch und ein Ausflug ins Stadion ist, seitdem es für mich wegen anderer Verpflichtungen nicht mehr uneingeschränkt möglich ist, zu einem echten Highlight geworden, weil es halt eine Abwechslung zum Alltag ist.
Ich glaube auch nicht an eine Übersättigung meinerseits. Ich war schon bei zwei Meisterfeiern auf dem Rasen des Westfalenstadions und bin danach mit der gleichen Begeisterung weiter ins Stadion gegangen. Zudem gucke ich heute schon viel weniger Fußball als noch vor Jahren. Es wird zwar viel zu viel übertragen, aber man muss ja nicht alles gucken.
Aber die Vorhersehbarkeit nimmt dem Spiel halt seinen Reiz, auch dann wenn man auf der Gewinnerseite steht. Das Spiel Bielefeld-BVB fand ich zum Beispiel ganz grausam, auch wenn der BVB seinen Job dort gut erledigt hat. Aber allein diese Formulierung sagt ja schon alles...
Mir fehlt glaube ich noch so ein kleiner Kick, um mich ganz abzuwenden. Dieser Kick könnte eine qualifikationslose Teilnahme des BVB an der Superliga sein.
Der Weg dorthin scheint ja vorgegeben. Wenn ich mich und meinen Fußballkonsum in 3-4 Jahren sehe, dann sehe ich kein Pay TV Abo mehr. Dann bin ich wahrscheinlich immer mal wieder bei nem Landesligaspiel im Ort nebenan und wenn es doch mal ein Stadion sein soll, dann geht's zu St. Pauli oder Holstein Kiel (Zweite oder Dritte Liga, dort wo es halt noch Wettbewerb gibt) oder mal zu einem netten Spiel im Ausland. Die Highlights werden dann weiterhin alle zwei Jahre EM und WM sein. Man kann von diesen Länderkämpfen ja halten, was man will, aber spätestens in der KO Phase ist das Wettbewerb in Reinkultur, in dem irgendwelche Etats keine Rolle spielen.
Natürlich spielen Alter und bisherige Erlebnisse eine Rolle, aber ich glaube das Problem liegt bei vielen dann doch tiefer und grundsätzlicher. Da bin ich völlig bei dir.
Ich finde Corona ist auch hier ein Beschleuniger von Effekten, die vor Corona auch schon da waren. Der einzige Unterschied ist gerade: Man kann sich das nicht mehr mit anderen Elementen wie Kumpels treffen, Stadion-Atmosphäre, nach dem Spiel weggehen oder ähnlichem schön saufen. Es ist jetzt ganz glasklar zu sehen und ich glaube das setzt sich im Kopf auch fest und wird nicht so einfach wieder weggehen, wenn Corona weg ist. Vielleicht geht man dann auch einmal öfter mit Kumpels in einer Bar Bier trinken und Fußball läuft einfach nur noch so im Hintergrund.
es wirkt leider nicht so, als wenn die wichtigen Leute im deutschen Fußball das wirklich kapiert haben