Und wenn die Fangruppen nicht mitspielen fliegen wir die halt per Drohne rein
Ahja? Weil sich diese Personengruppen ja so sehr an Geldstrafen für den Verein stören oder was?
DFL bzw. Hoppelheim sind Veranstalter und müssen niemandem eine Bühne bieten, sie zu beschimpfen. Sie müssen nicht mal eine Bühne bieten, auf der sie kritisiert werden können. Ein Veranstalter kann ganz subjektive Regeln nach eigenem Gusto aufstellen und wer sich daran nicht hält, wird zur nächsten Veranstaltung eben nicht mehr eingeladen. Nicht dass es unbedingt wünschenswert wäre oder von besonders großen Sportsgeist zeugen würde, jegliche Kritik zu unterbinden, aber es wäre zumindest legitim.
Dieser Aufstand, der jetzt seit dem Wochenende veranstaltet wird, ist aber dennoch maximal albern. Da ist also ein schwerreicher Milliardär von niederem Fußvolk mittelschwer beleidigt worden. Von Leuten, die ihn nicht persönlich kennen, die er nicht persönlich kennt, mit denen er außerhalb des Stadions niemals in direkten Kontakt kommt, und im Stadion eigentlich auch nicht. Was diese Leute von ihm denken, hat keinerlei Einfluss auf sein Leben, es kann ihm eigentlich scheißegal sein. Andere Prominente, die ähnlich polarisieren, werden es ja größtenteils ebenfalls so handhaben.Hätte man den Kram einfach ignoriert, hätte bis auf einen begrenzten Personenkreis im Station niemand je von dieser fiesen Beleidigung mitbekommen. Stattdessen weiß es jetzt die ganze Welt, weil die Medien die Botschaft brav bis in die hintersten Ecken des Planeten verbreitet haben.
Wenn der Didi das auch nach 12 Jahren nicht verkraften kann, soll er halt weiterhin Anzeigen stellen und die Leute nicht mehr in sein Stadion rein lassen. Das Geflenne vom armen, diskriminierten Milliardär ist aber dennoch überflüssiger Humbug. Wenn man sich die Reaktionen auf den eigentlich banalen Vorfall so durchliest (z.B. Rummelfliege, Kommentatoren in Funk und Schrift, u.a. "diese Wahnsinnigen, die den Sport zerstören wollen", "heute wurde eine Grenze überschritten") kann man sich doch nur noch an den Kopf fassen. Da ist jeglicher Bezug zur Realität verloren gegangen, es wird so getan, als hätte es die schlimmsten Ausschreitungen ever gegeben. Ziemlich überzogene Rhetorik für ein läppisches Banner.
Da kann ich inhaltlich sogar teilweise mitgehen, aber was mich hier z.B. massiv stört ist die Tatsache, dass du hier mehrmals Hopp als Milliardär titulierst. Das ist inhaltlich natürlich völlig korrekt, liest sich aber für mich so, als würde dieser Sachverhalt mit der eigentlichen Diskussion irgendwas zu tun haben. ""Schwerreicher Milliardär gegen niedriges Fußvolk" ist ja quasi fast schon billigste kommunistische Rhetorik, klingt nach Klassenkampf und hebt damit diese Auseinandersetzung auf eine Stufe, wo sie nun weiß Gott nicht hingehört!
So eine Beleidigung wäre übrigens auch für einen Otto-Normalverdiener nicht hinnehmbar (ok, der kann sich dann vielleicht nicht ganz so teure Anwälte nehmen, aber sonst?). Da wäre nur die mediale Aufmerksamkeit eine andere, klar.
Mal abgesehen von der Frage, ob er solche Beleidigungen ertragen muss oder nicht: was genau hat denn Hopp verbrochen? Die Kollektivstrafen hat er jedenfalls nicht verhängt. Insofern habe ich mich bei der ganzen Ultra-Bauchpinselei immer, was dahinter steckt. Mal war man gegen Montagsspiele, mal gegen zu hohe Preise, mal für Pyro. Kann man in einigen der zitierten Fälle ja sogar mitgehen. Was genau fordert man jetzt von Hopp (und nicht vom DFB). Soll er ins Gefängnis, soll er in die Kirche beichten, soll er die TSG auflösen? Ohne Ziel bleibt das für mich nur stumpfsinniges Gemeckere, tut mir leid. Einfach das falsche Ziel rausgesucht!