Alles anzeigenDas Thema hatten wir schon mal, aber ich bin jetzt erst dazu gekommen: Die ARD-Doku zur WM 1994. Das ist harte Kost auf vielen Ebenen.
Der DFB, der tendenziell reaktionär agiert und Veränderungen so lange wie möglich vermeiden will (gilt auch heute noch).
Ein Trainer mit durch aus bewundernswerten Prinzipien, aber in seinem Wertegerüst so festgefahren, dass er mit einer sich verändernden Spielergeneration nicht zurecht kommt.
Spieler, die entweder vom hohen Ross des amtierenden Weltmeisters nicht runter kamen oder Egomanen, die nicht in der Lage waren, sich einem sportlichen Ziel unterzuordnen, wenn sie keine Hauptdarsteller waren (z.B. Basler, Effenberg).
Und die Medien...ach lassen wir das.
Klar, wir hatten 2018, aber niemals haben wir eine WM so hergeschenkt wie 1994.
PS: Bianca Illgner? Der DFB ist und war sicher konservativ. Gut möglich auch, dass damals ein frauenfeindliches Bild im Verband vorherrschte. Aber ihre selbstgerechten Aussagen bestätigen mir, dass sie ihre Rolle im Zusammenhang mit dem WM-Turnier damals auch heute nicht verstanden hat. Sie war in erster Linie Spielerfrau, aber das war ihr wohl zu wenig Aufmerksamkeit.
Für mich waren zwei Dinge viel krasser…
Wie kann ein Pfarrer auf der Beerdigung vom Vater Vogts dem kleinen Berti die Schuld für den Tod geben? (Wäre der kleine Berti nicht so anstrengend, hätte sich der Papa nicht so oft aufgeregt und würde heute noch leben.“) … Wahnsinn. In dem Zusammenhang auch interessant wie Lothar Matthäus sehr abgestumpft dazu sagt: „Naja… vielleicht hatte er auch eine schwere Kindheit.“
(Die Nicht-Normierung von Lothar 1996 zur EM rückt etwas in ein anderes Licht nachträglich. Zwischen Vogts und Matthäus stimmte da vieles nicht)
Und … wie sich Beckenbauer und Matthäus mit den Medien ins Bett gelegt haben (insbesondere der BILD) und mit welcher Selbstverständlichkeit Alfred Draxler verteidigt… Man kooperiert mit uns oder wir machen die Stars nieder (zieht sich mit BILD wahrscheinlich bis heute noch durch. Oliver Pocher / Politik. Keine Infos? Direkt mal eine negative Umfrage eröffnen.)
Das zudem Matthias Sammer bereits 1994 sagte, „beim Westen durften wir nur mitspielen und dabei sein“, ist auch bemerkenswert.