Ich war mal drei Monate in La Paz. Und auch sehr oft für 1-2 Wochen. Ist der Wahnsinn. Du steigst aus dem Flugzeug aus und schnappst nach Luft. Treppensteigen ist an den ersten 2-3 Tagen die Hölle. Dauert ein paar Wochen, bis man akklimatisiert ist.
Keine Ahnung, wie Leistungssportler darauf reagieren.
Zu dem Thema gab es mal vor vielen Jahren eine Story in "11Freunde", die hatten ein brasilianisches Team zu einer Auswärtsbusfahrt (!!) in der C. Libertadores nach Potosi begleitet. Der Bericht an sich war schon klasse (sowas gab es bei den 11Freunden früher tatsächlich noch), aber da wurden auch die medizinischen Aspekte ausführlich erläutert. Mal grob zusammengefasst kriegen die meisten durchtrainierten Kicker es ganz gut hin, am Anfang mitzuhalten, aber ohne Höhenanpassung kommt irgendwann Mitte der 2,. Hz ein kompletter "Einbruch". Das wurde dann auch anhand von Statistiken untermauert.
Für Otto-Normalbürger ist das i.d.R. was ganz anderes, ich konnte 2 oder 3 Tage lang nicht schlafen aufgrund der Tatsache, dass bei normaler Atmung einfach ständig das Gefühl war, keine Luft zu bekommen. Das ging dann irgendwann, auch mit täglich jeder Menge Mate de Coca. Von einer "richtigen" Anpassung konnte ich aber auch nach 4 Wochen im Altiplano nicht sprechen, gerade kurze Sprints oder Anstiege hauen da mächtig rein. Aber man findet irgendwie für sich selbst einen Modus vivendi, wie man persönlich damit umgeht. Aber kurz gesagt: ich hätte da als normaler gesunder Mensch Anfang 30 seinerzeit keine 5min Fußball spielen können.
Die Chilenen haben übrigens ein Trainingsgelände in der Nähe des Lauca-Nationalparks auf 3000m Höhe, wo sie sich vor den Auswärtsspielen in Quito und La Paz vorbereiten. Wie intensiv da die Vorbereitung in heutiger Zeit allerdings ist sei mal dahingestellt, wenn viele Spieler erst noch aus Europa anreisen müssen.
Edit-ich hab die Quelle grad gefunden:
"11 Freunde
Magazin für Fußball-Kultur
Nr.67, Juni 2007
130 S.
Die Juni-Ausgabe des deutschen Fußball-Magazins "11 Freunde" beeindruckt vor allem durch eine 14-seitige Reportage über die Auswärtsreise des brasilianischen Teams Flamengo Rio im Rahmen der Copa Libertadores zu Real Potosi in Bolivien, auf 3.960 Meter Seehöhe in den Anden gelegen: Henrik Jönsson (Text) und Douglas Engle (Bilder), "Das härteste Auswärtsspiel der Welt". Ein absolutes Highlight der Reportage - wunderbare Photographien, herrlich geschrieben. Man lernt, während man die fesselnde Geschichte liest, so nebenbei über das südamerikanische Gegenstück zur Champions League und seinen egalitäreren Modus, über die Probleme dieser Höhe für Meereshöhenbewohner (zu wenig rote Blutkörperchen, kleinste körperliche Anstrengung läßt einen bereits fast umkippen - und da soll man kicken...) und ihre Bekämpfung (Sauerstoff, Koka-Tee und Koka-Zuckerln helfen), erfährt über das Verhältnis von Brasilien und Bolivien in politischer und fußballerischer Hinsicht und ein wenig über südamerikanische Sportpolitik. Ganz groß!"
Also wer solche alten Hefte noch hat, gern durchlesen!