@Quizmeister
Zu deinem ersten Punkt: ich sehe die Politik schon auch in der Pflicht, komplexe Situationen vereinfachend zu erklären, damit es möglichst viele Menschen verstehen können. Hier wurde sicherlich mindestens der Fehler gemacht, sehr früh Dinge auszuschließen, die man später ob der Dynamik der Pandemie oder vielmehr aufgrund von Fehleinschätzungen dann doch noch durchziehen musste, das wurde hier ja auch schon kritisiert. Oftmals waren die Maßnahmen auch nicht passgenau genug, wobei es ja oft Rufe nach bundesweiter Einheitlichkeit gab und auf der anderen Seite die Forderung nach lokler Steuerung.
Herr Lauterbach war und ist da sicher ein Lautsprecher, der neben vielem richtigen auch einige falsche Prognosen und Einschätzungen hatte. Aber im Gegensatz zu vielen Krakelern aus dem skizzierten Lager halte ich ihm zu Gute, nicht wissentlich und bewusst mit fake-news aus poliztischen Kalkühl beeinflusst zu haben. Er hat sicherlich öfter politisch motiviert übertrieben, aber ich kann keine gezielte Desinformation ohne wissenschaftliche Basis erkennen mit anderen Zielen als den tatsächlich kommunizierten.Wir befinden uns hier bei der Einschätzung und Bewertung des Geschehens sicherlich auch im Bereich von persönlichen Meinungen statt Tatsachen - das passt schon.
Zu 2 gilt eigentlich aus meiner Sicht dasselbe: die Beurteilung der Gründe für das Wahlergebnis ist wohl auch eher subjektiv. Ich denke, die CDU hat zu allererst wegen Herrn Laschet verloren, der in NRW ja auch nicht mehr mehrheitsfähig war und ist - und dass nicht zuletzt durch das Agieren der Landesregierung in Sachen Corona, Kitas und Schulen. Und ohne NRW kann man kaum eine Bundestagswahl gewinnen.
Dass dich persönlich "als privilegierten alten weißen Mann (c) "einige der genannten Themen nicht so interessieren, heißt ja nicht zwingend, dass sie für weite Teile der (jungen) Bevölkerung nicht wichtig sind, es sind wohl eher Zukunftsthemen.
Habe ich verbessert