Für mich persönlich ist mit Weidenfeller nun auch die so ziemlich letzte Identifikationsfigur (neben Pisczcek und Schmelzer) gegangen. Die Typen da im Trikot sind austauschbar und wohl fast jeder würde für ein paar Euro mehr den Verein wechseln. Da muss es auch niemanden wundern, dass die Stimmung seit mehreren Jahren den Bach runter geht. Man züchtet sich Kunden heran. Und wenn die keine Qualität in Form von guten Spielen sehen, dann wird eben auch schon nach 20 Minuten gepfiffen.
Ich war in der vergangenen Saison die letzten beiden Spiele wieder im Stadion und das auch nur wegen Roman und um einige Leute wieder einmal treffen zu können. Was da auf dem Rasen passiert rückt immer weiter in den Hintergrund.
Ich glaube das siehst du etwas zu schwarz. Auch im modernen Profifussball kann und wird es weiterhin Identifikationsfiguren geben. Das hat nichts mit Kohle zu tun, sondern ist eine Frage des Charakters. Es gibt weiterhin Spieler, die mehr für einen Verein geben, bei denen es nicht egal ist wo man spielt. In fast jedem Verein kann man auch noch so ein Beispiel finden.
Umgekehrt hattet ihr doch in den 90ern und Anfang der 2000er auch mal ne Truppe, die nicht direkt voller Identifikationsfiguren war.
Da müssen halt ein paar Dinge passen. Im Prinzip müsst ihr aber nur 2-3 Leute rausbringen (oder reinbringen), die das in sich haben, dann verändert sich eure Fansicht auf die Mannschaft schlagartig.
Ansonsten finde ich das was Zumsel weiter oben geschrieben hat sehr schön. Ich glaube es liegt an jedem auch selbst, was er aus dem Livebesuch im Stadion rauszieht. Amateurfußball ist auch voller Kohle. Man kann gar nicht soweit runter gehen, dass es da nicht drum geht. Es ist halt nur niedrigeres Niveau und die eine oder andere irre Ausprägung ist nicht so offen sichtbar.
Am Ende hat man doch aber eine Beziehung zum Verein und nicht zu einzelnen Spielern. Was glaube ich echt hilft: Die Kohle muss man ausblenden. Komplett ausblenden, nicht drüber nachdenken, nicht ständig in den Mittelpunkt rücken. Ist zwar schwer, aber sich immer daran abzuarbeiten kann einen selbst sehr negativ werden lassen und zu ändern ist es eh nicht.
Ich habe mir komplett abgewöhnt mich über Ablösesummen und Gehälter noch aufzuregen. So lange ein Spieler sich rein haut kann der verdienen was er will. Und wenn er sich nicht rein haut, ärgert es mich auch wenn er quasi für umme spielt. Es muss mir auch keiner Nähe oder sonst was vorspielen, die eh nicht da ist, die sollen sich auf dem Platz einfach für den Verein reinhauen. Dann ist alles gut.