Man muß wirklich anerkennen , daß der BvB in Sachen Transferknowhow den Bayern um einen nicht unwesentlichen Teil voraus ist . Zumindest mein Gefühl , was die letzten 10 Jahre so betrifft.
Ich glaube, dass man BVB und Bayern schwer miteinander vergleichen kann.
Damit meine ich jetzt mal nicht die Vorstrafenregister, sondern den Status auf dem Transfermarkt.
Beim BVB hat es System, bzw. gehört zum Geschäftsmodell dazu, dass man die besten Spieler nach einer gewissen Zeit für sehr gutes Geld verkauft und dann neue Spieler holt, um diese zu entwickeln. Pulisic ist da ein Paradebeispiel, auch bei Aubameyang und Dembele war ein Weiterverkauf prinzipiell geplant, wenn man mal von dem Nebengeräuschen absieht. Gleichzeitig hat man die Möglichkeit, Leuten wie Sancho oder Hakimi auch als unbeschriebene Blätter Spielzeit zu geben, weil man eben keinen Haufen hochdekorierter Nationalspieler auf den Positionen hat und weil man eben nicht jedes Jahr Deutscher Meister werden und das CL HF erreichen muss. Grundsätzlich reicht es vollkommen aus, die CL zu erreichen und dort zu überwintern. Alles andere ist (zugegeben ersehntes) Zubrot.
Der FC Bayern will im Prinzip gar keinen Spieler abgeben, der zu dem Zeitpunkt noch Leistungsträger ist. Kroos und Ballack stellen da schon absolute Ausnahmen dar. Und weil man selbst den Anspruch formuliert, jedes Jahr die Schale zu holen und um den CL Titel mitspielen zu müssen, traut sich kaum ein Trainer, die ganz jungen Greenhorns spielen zu lassen. Was ein Alphonso Davies drauf hat, wird man vermutlich erst bei seiner ersten Leihstation sehen können. Ein van Gaal hat sich getraut, Kraft, Badstuber, Müller und auch Schweinsteiger zu fördern, hat dafür eine sportliche Delle in Kauf genommen und wurde dann mit Schimpf und Schande davon gejagt. Für Robben, Ribery und die IV wird man jetzt auch absolute Topleute holen, bei denen man eine gewisse Sicherheit hat, dass sie funktionieren. Damit eben die Ergebnisse gleich wieder da sind, die sie selbst und die Öffentlichkeit von ihnen erwarten.
Also zwei völlig unterschiedliche Ausgangslagen und Identitäten.